Gruiten: Eine ganz andere Schule
VON HEIKE STRATE - zuletzt aktualisiert: 07.11.2008Düsseldorf (RPO). Seit 1987 gibt es die Freie Waldorfschule Haan-Gruiten an der Prälat-Marschall-Straße. Die Eltern haben viel Geld in den Standort investiert. Die Schüler kommen aus dem ganzen Umkreis.
Freie Waldorfschule
Adresse Prälat-Marschall-Str. 34 in Haan-Gruiten. 1987 begann der Betrieb in der ehemaligen Hauptschule. Inzwischen haben die Eltern einen Schulanbau und eine Mehrzweckhalle finanziert.
Einzugsgebiet Haan, Gruiten, Wuppertal, Solingen, Hilden.
Tag der offenen Tür beim Martinimarkt am Samstag, 8. November, von 12 bis 18 Uhr. Es gibt Bastel- und Spielangebote für Kinder, erzählte und gespielte Märchen, Kunsthandwerk, Bastelarbeiten, einen Flohmarkt und eine Ausstellung von Schülerarbeiten. Außerdem hat der Waldorfkindergarten seine Türen geöffnet.
Informationstage 23. und 24. Februar.
Aufnahmetermine für 2009/10 26. bis 30. Januar.
Es war im Jahre 1919, als Rudolf Steiner in Stuttgart die erste Waldorfschule gründete. In Gruiten gibt es diese Schulform seit 1987. Sie unterscheidet sich von anderen Schulen ganz grundsätzlich: Waldorfschulen wollen verstandesmäßige, kreative, praktische und soziale Fähigkeiten ihrer Schülern gleichmäßig entwickeln.
Die Kinder lernen vom ersten Schuljahr an zwei Fremdsprachen, Jungen und Mädchen stricken, nähen und schneidern im Handarbeitsunterricht und sägen, hämmern und feilen im Werkunterricht. In jeder 8. und 12. Klasse studieren sie ein anspruchsvolles Theaterstück ein und setzen sich in einer großen Jahresarbeit mit einem Thema ihrer Wahl in Theorie und Praxis auseinander. Die Fächer Gartenbau und Eurythmie (Bewegungskunst) sind ebenfalls feste Bestandteile des Unterrichts.
Holz dominiert als Material
In der Unter- und Mittelstufe wird auf Noten verzichtet, stattdessen werden in den Zeugnissen individuelle Beurteilungen formuliert. Von der 1. bis zur 12. Klasse bleiben die Schüler selbst dann in einer festen Klassengemeinschaft, wenn ihre Leistungen vorübergehend nachlassen: niemand bleibt sitzen.
Beim Besuch der Schule an der Prälat-Marschall-Straße 34 erklingt stets von irgendwoher sanfte Klaviermusik, die Räumlichkeiten sind hell und groß, Holz ist das dominierende Element der Einrichtungen in den Klassenzimmern. Die Räume, in denen Eurythmie unterrichtet werden haben spiegelblank polierte Parkettböden und laden mit dem großen Flügel zu kreativem Tanz und Bewegung ein.
Doch wem das Konzept der Waldorfschule jetzt zu künstlerisch oder handwerklich orientiert erscheint, der irrt: Naturwissenschaftlicher Unterricht ist stets gleich wichtig wie alle anderen Fächer. Informatik ist fester Bestandteil des Fächerkanons. In der Oberstufe ist der Umgang mit Soft- und Hardware für jeden Waldorfschüler eine Selbstverständlichkeit.
Eltern tragen 25 Prozent der Kosten
In der Waldorfschule können alle staatlich anerkannten Schulabschlüsse erworben werden, wobei der Waldorfabschluss nach der Klasse 12 besonderes Gewicht auf drei Praktika, Feldmessfahrt, Projektarbeit, den künstlerischen Abschluss sowie die Kunstfahrt und das 12.-Klasse-Spiel legt. Wer das Abitur anstrebt, der bereitet sich in der 13. Klasse intensiv darauf vor.
Der von den Eltern zu finanzierende Anteil am Schuletat beträgt rund 25 Prozent. Dabei richtet sich die Beitragshöhe nach den finanziellen Möglichkeiten der Eltern und und wird individuell festgelegt. Ein Waldorf-Grundsatz ist, dass kein Kind aus finanziellen Gründen ausgeschlossen wird.
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