Hilden: Eine tolle Käfer-Geschichte
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 16.03.2007Düsseldorf (RPO). Heute fährt eine Delegation aus Haan zur offiziellen Feier der 40-jährigen Partnerschaft mit Eu in die Normandie. Fritz Köhler hat dabei ein ganz besonderes Geschenk im Gepäck.
Haan/Eu Knapp drei Monate vor dem offiziellen Jahrestag wird an diesem Wochenende in Eu das 40-jährige Bestehen der Städtefreundschaft Haan/Eu gefeiert. Eine 31-köpfige Gruppe reist heute in die Normandie-Stadt. Die Jüngste im Team ist Felicia Kannemann. Die 14-jährige Tochter von Stadtgärtner Peter Kannemann wird bei der offiziellen Feier am Schloss zusammen mit einem Jugendlichen aus Eu die Fahne hissen.
Flagge gehisst
Diese Aufgabe hatte vor vier Jahrzehnten Knut vom Bovert übernommen. Der damals 17-Jährige zog am 11. Juni 1967 zusammen mit der 14-jährigen Bürgermeister-Tochter Sophie Duhornay die Europaflagge vor dem Schloss hoch. „Damals war mir bestimmt nicht klar, dass ich zum 40-jährigen Jubiläum dieser Partnerschaft als Bürgermeister der Stadt Haan in offizieller Funktion wieder dabei sein werde“, schrieb vom Bovert in einem Grußwort.
Partnerschaft Haan/Eu
Begründet am 11. Juni 1967. Freundschaften sind vielfältig entstanden: zwischen den Feuerwehren, den Musikschulen, Sportschützen, den Kantoreien, Motorradfreunden.
Kontakte gab es zwischen den Volkshochschulen, Handballern. Regelmäßig gibt es den Jugendaustausch zwischen beiden Städten.
Gefeiert wird das Jubiläum in Haan am Kirmes-Wochenende im September.
Den heutigen Bürgermeister von Eu, Francois Gouet, kennt vom Bovert seit 1966: von einem internationalen Tischtennisturnier. In vier Jahrzehnten hat es nicht nur viele Kontakte zwischen den Bürgern beider Städte gegeben. Sondern auch viele Freundschaften sind entstanden. Eine besonders enge verknüpft Kulturamtsleiter Fritz Köhler (60) mit dem früheren Bürgermeister Georges Meraud (80). Für ihn hat Köhler ein besonderes persönliches Mitbringsel im Gepäck: ein Feuerwehr-Modellauto. Und das hat eine ganz besondere Geschichte: 1968, bei einem der ersten Besuche von französischen Feuerwehrleuten in Haan, erlitt ein Fahrzeug aus Eu einen irreparablen Schaden. Beim Gegenbesuch nahmen die Haaner einen alten VW Käfer mit nach Frankreich und schenkten den Kameraden das Fahrzeug. Die wussten die Spende so sehr zu schätzen, dass sie den VW „Coccinelle“ als Dienstwagen einsetzten. Nur fehlte ein Blaulicht. Da lag in Haan noch eines mit 6-Volt-Antrieb unbenötigt im Lager, weil hierzulande die Fahrzeugelektrik schon auf 12 Volt umgestellt war. Fritz Köhler, damals noch junger Verwaltungsmitarbeiter, nahm die Rundumleuchte bei einer seiner Fahrten mit. Sein Wagen erlitt in Belgien einen kapitalen Motorschaden. Per Anhalter gelangte er bis Lille, nächtigte auf dem Bahnhof und kam spät am nächsten Tag in Eu an. Die Jahre gingen ins Land. Irgendwann war der VW Käfer ausgemustert.
Vorlage für Modellauto
Viele Jahre später erfuhren die Feuerwehrleute, dass ihr Wagen inzwischen im Feuerwehrmuseum von Montville steht. Im vergangenen Jahr war das Fahrzeug mit den Wappen von Eu und Haan auf den Türen sogar beim Automobil-Salon in Paris zu sehen. Dieser besondere Wagen ist zur Vorlage für ein Modellauto geworden. Beim Stöbern im Internet stieß Fritz Köhler auf eine Auktion für dieses Sammlerstück – nur leider ein bisschen zu spät. Der „Coccinelle“ der „saupeur pompiers“ war verkauft. Es gelang aber, den Erwerber aufzustöbern. Jugendreferent Dieter Köhler setzte beim E-Mail-Austausch seinen ganzen Charme ein, bis schließlich das Modell in Haan eintraf.
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