Haan: Einsatz für Menschen mit Handicap
VON FABIAN WACHSMUTH - zuletzt aktualisiert: 08.09.2008Düsseldorf (RPO). Ernste Diskussionen und ein unterhaltsames Abendprogramm bot die Benefiz-Veranstaltung des Vereins „gimme 5“. Die Organisation setzt sich für die Belange von Behinderten in Haan ein. In der Stadt gebe es noch Nachholbedarf, so das Fazit der Teilnehmer.
Die Diskussionsteilnehmer waren sich im Wesentlichen einig: Für Behinderte muss in Haan noch einiges getan werden. Anlässlich einer Benefizveranstaltung des neuen Vereins „gimme 5“, der sich für die Anliegen von Menschen mit Handicap einsetzt, waren am Samstag Vertreter der Haaner Politik und Vereinsgründer Frank Diedrich zusammengekommen, um die Situation Behinderter in der Gartenstadt zu erörtern.
Vonnöten, so der allgemeine Tenor, sei insbesondere eine bessere Aufklärungsarbeit. Die Sensibilität Nichtbetroffener im Umgang mit Behinderten müsse steigen, forderte unter anderem Frank Diedrich, der infolge einer Erbkrankheit vor drei Jahren erblindete. Der städtische Behindertenbeauftragte Ralf Wetzel beklagte, nur die Wenigsten wüssten, wie viele Behindertentoiletten in Haan vorhanden seien. Vorausgegangen war eine Diskussion, in der Diedrich Bürgermeister Knut vom Bovert vorgehalten hatte, es gebe nur eine Behindertentoilette im Kaufhaus Strauß, die zudem häufig verschmutzt sei. Vom Bovert hatte dem entschieden widersprochen.
„gimme 5“
Motto „Kein Mensch ist ohne Handicap“.
Gründer und Erster Vorsitzender Frank Diedrich.
Kontakt gimme 5 e. V., Postfach 103208, 42781 Haan, Tel. 0162 1880606.
SPD-Ortsvereinsvorsitzender Bernd Stracke wünschte sich mehr finanzielle Unterstützung von Bund und Land, um den behinderten Menschen in Haan insbesondere einen leichteren Zugang zu öffentlichen Einrichtungen zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang beanstandete er die fehlende Rollstuhlrampe am Gruitener Bahnhof. GAL-Vorsitzender Jochen Sack und der zweite FDP-Ortsvorsitzende Reinhard Zipper plädierten dafür, behinderte Menschen durch integrative Formen des Wohnens und Arbeitens in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Es fehle in Haan ein Sportangebot für Behinderte, bemängelte CDU-Ratsfrau Anette Braun-Kohl. Dass es nicht bei Forderungen bleiben soll, bekräftigte Bürgermeister vom Bovert mit einem Goethe-Zitat: „Erfolg hat drei Buchstaben: Tun.“
Am Abend boten ein Galadiner sowie eine Kunstauktion mit Komikerin Hella von Sinnen ein unterhaltsames Kontrastprogramm. Sie versteigerte mit launigen Sprüchen Werke von Künstlern wie Franz Leinfelder, Klaus Richter und Martina Chardin. „Nehmt uns als Zwischengang und macht eure Geldbörsen auf“, appellierte sie an die Gäste. Die Komikerin und ihre Partnerin Cornelia Scheel gingen mit gutem Beispiel voran: Für 320 Euro, die „gimme 5“ zugute kommen, ersteigerte das Paar ein großes Graffito mit dem Veranstaltungslogo – ein amputierter Mann, dem ein kleiner Junge einen neuen Unterschenkel dazumalt. „Das Motiv hat mich sehr berührt“, bekannte von Sinnen.
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