Hilden: Eltern betreiben Schulkantine
VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 11.06.2008Düsseldorf (RPO). Die Schulleitung des städtischen Helmholtz-Gymnasiums wird nach dem Vorbild der Gesamtschule Langenfeld-Hilden einen Eltern-Verein gründen, der die Bewirtschaftung der geplanten Mensa übernimmt.
Ende Juni/Anfang Juli soll die neue Mensa für das städtische Gymnasium fertig sein. Mit der Verpachtung an einen kommerziellen Betreiber oder der Bewirtschaftung mit städtischen Mitarbeitern wurden andernorts schlechte Erfahrungen gemacht, berichtet die Verwaltung im morgen tagenden Schulausschuss. Die SPD-Fraktion hatte um Informationen über alternative Betreiber-Modelle gebeten.
Erfolgreiches Konzept
Die Bettine-von-Armin-Gesamtschule Langenfeld-Hilden habe dagegen ein sehr erfolgreiches Konzept entwickelt. Dort betreibt ein Mensaverein mit 320 Mitgliedern (Jahresbeitrag: mindestens fünf Euro) die Schulkantine. Montags, mittwochs und donnerstags, wenn die Jugendlichen bis 16 Uhr Schule haben, liefert eine Großküche aus Düsseldorf ein warmes Mittagessen, berichtet Brigitta Wolters, eine von insgesamt fünf Teilzeit- und drei geringfügig Beschäftigten, die der Mensa-Verein angestellt hat. Die Mahlzeit kostet zwischen 2,75 im Abo und 3,50 Euro (Einzelpreis). Täglich werden etwa 240 Heranwachsende in der Mensa versorgt. Dienstags und freitags steht Pizza auf dem Speiseplan, neben Nudeln einer der Renner im Angebot, erzählt Wolters, die lange als zweite Vorsitzende im Vorstand des Mensa-Vereins mitarbeitete. Der Zweckverband unterstützt den Verein mit einem Zuschuss von jährlich 27 000 Euro, übernimmt die Energiekosten sowie gegebenenfalls ein auftretendes Defizit. „Gewinne“ investiert der Mensa-Verein in den „Ausbau“ der Schulkantine.
Schulkantine
Das städtische Helmholtz-Gymnasium will die neue Mensa allein auslasten. Die benachbarte städtische Wilhelm-Realschule wird eine eigene Mensa einrichten.
Das Helmholtz-Gymnasium besuchen rund 1000 Schüler. Der Schulverein hat knapp 700 Mitglieder.
Bei einem Besuch in der Gesamtschule waren sich die Leitung des Helmholtz-Gymnasiums und die Verwaltung einig, dass diese Mensa ein hervorragendes Modell für Hilden sein könnte – sowohl was die Größe als auch was die Qualität angeht. Der Betrieb einer Schulmensa ist Aufgabe des Schulträgers, in diesem Fall der Stadt Hilden. Übernimmt ein Verein diese Funktion, muss ein entsprechender Vertrag geschlossen werden.
Nicht ohne Zuschuss der Stadt
Absehbar sei auch, dass der Mensaverein einen städtischen Zuschuss braucht. Allein mit dem Verkauf von Speisen und Getränken seien die laufenden Kosten für eine Schulkantine nicht aufzubringen, hat die Verwaltung überschlagen. „Wir haben engagierte Eltern für das Projekt gefunden und Ehrenamtliche, die die Essensausgabe übernehmen“, freute sich Schulleiter Karl-Heinz Rädisch. Noch sei offen, ob die Eltern für den Betrieb der Schulkantine einen Verein gründen oder eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die rund eine Million Euro teure Mensa wird an die heutige Aula des städtischen Helmholtz-Gymnasiums angebaut und mit einer Küche ausgestattet.
Das Amt für Schule, Jugend und Sport wird in den nächsten Wochen gemeinsam mit der Schule ein Konzept zur Gründung eines Mensavereins ausarbeiten. Der Speiseraum wird gemeinsam mit der Schule und dem Mensaverein möbliert. Dazu stehen im aktuellen Haushalt 60 000 Euro bereit. Das Helmholtz-Gymnasium rechnet ab Mitte 2009 mit bis zu 120 Schüler, die ein Mittagessen wünschen.
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