Haan: Es mangelt auch an sozialer Kontrolle
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 11.05.2007Düsseldorf (RPO). Die Geduld der Bürger ist erschöpft. Sie wollen nicht mehr nächtliche Störungen hinnehmen oder sich mit regelmäßigen Sachbeschädigungen abfinden. Dass da der Ruf nach Polizei und Ordnungsamt laut wird, versteht sich. Dass auch die Politiker sich der Sorgen ihrer Wähler annehmen, liegt nahe. Aber sie müssen mit ihren Forderungen realistisch bleiben. Abendliche Einsatzzeiten des Ordnungsdienstes mindestens fünf Mal in der Woche hören sich gut an. Nur lässt sich ein solcher Dienstplan nicht realisieren. Schließlich verfügt das Ordnungsamt über gerade zweieinhalb Stellen für den Außendienst. Weil tagsüber die Kontrolle des ruhenden Verkehrs unabdingbar ist, stehen abends oder auch nachts kaum zwei Kräfte zur Verfügung, um gemeinsam Präsenz zu zeigen. „Auch die Polizei tritt zu zweit auf“, betonte Ordnungsamtsleiter Michael Rennert. Er stellte klar, dass die Politik – wenn sie denn mehr Überwachung wünsche – auch zusätzliches Personal bereitstellen müsse. In Erkrath seien bewusst vier Mitarbeiter eingestellt worden. Eines fehlt – nicht nur – in Haan ganz gewiss: Bürger, die den Mund aufmachen, auch wenn jemand „nur“ ein Bonbonpapier wegwirft oder eine Kippe schnippt. Die im Zweifel auch eine Anzeige erstatten und selbst als Zeuge zur Verfügung stehen. Gäbe es davon mehr, wäre die soziale Kontrolle größer. Denn auch daran fehlt es in unserer Zeit.
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