Haan: Feuerwache teilweise gesperrt
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 29.04.2010Düsseldorf (RPO). Die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen hat wegen gravierender Mängel einige Bereiche der Feuerwehr-Gebäude an der Nordstraße stillgelegt, um die Sicherheit der Beschäftigten nicht zu gefährden. Jetzt ist die Politik gefragt.
Die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen hat Teile der Haaner Feuer- und Rettungswache stillgelegt. Grund sind fehlende zweite Rettungswege für mehrere Bereiche sowie bauliche Mängel. Bis zum 1. Juni müssen die bei einer Begehung am 16. April festgestellten Kritikpunkte ausgeräumt sein. Die Anweisungen der Unfallkasse werden das Projekt Neu- und Erweiterungsbau der Feuerwache jetzt noch stärker in den Fokus der Haushaltsplanberatungen rücken.
Es sind 15 Punkte, die Stephan Burkhardt in seinem Brief aufführt, der am Dienstagabend im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung verteilt wurde. Der Ingenieur der Unfallkasse sperrt die Schlauchwäsche im Keller der Feuerwache, den Schulungsraum und auch den Speiseraum im Obergeschoss sowie das Büro des Sachgebietsleiters Technik in einem Nachbargebäude wegen fehlender zweiter Rettungswege. Erst wenn diese Fluchtmöglichkeit geschaffen und damit die Sicherheit der Beschäftigten nicht mehr gefährdet wäre, dürften die Räume wieder genutzt werden.
Projekt-Geschichte
Schon 1988 gab es erste Überlegungen zu einem Neubau.
2002 beschloss der Stadtrat das Areal Nord-/Überfelder Straße als Standort für die Feuerwache zu erhalten.
Im Juli 2009 verschickte die Stadt an einen ausgewählten Bieterkreis Unterlagen zum Neu- und Erweiterungsbau der Feuerwache.
Bis zum 8. Februar 2010 konnten Angebote abgegeben werden.
Am 1. Juni soll der Haupt- und Finanzausschuss über die Auftrags-Vergabe entscheiden.
15 Mängel aufgelistet
Weil die Holztreppe zum Bürotrakt sehr steil ist, muss ab sofort das Treppenhaus im Nachbargebäude genutzt werden. Kritik gibt es auch an der Fahrzeughalle. Um mehr Platz und weniger Unfallgefahren zu schaffen, stehen nunmehr einige Einsatzwagen draußen auf dem Hof.
In der Halle müsste eine Absauganlage für Dieselabgase installiert und eine Ablaufmöglichkeit für Wasser geschaffen werden. Die dort bisher übliche Desinfektion der Rettungswagen muss jetzt an Stellen vorgenommen werden, wo Unbeteiligte nicht mit Desinfektionsmitteln in Berührung kommen könnten. Der Umkleidebereich – bisher nur mit Spinden abgeteilt – soll vergrößert und in Bereiche eingeteilt werden, die nur mit schmutziger oder eben sauberer Kleidung betreten werden dürfen.
In der Atemschutzwerkstatt soll der Kompressorraum abgeteilt werden, um die Mitarbeiter vor Lärm zu schützen. Für persönliche Schutzausrüstung, die noch neben dem Hubrettungsfahrzeug lagert, muss ein neuer Platz gefunden werden. Und schließlich fordert die Unfallkasse genügend viele Parkplätze für Privat-Pkw, die auf Wegen anzusteuern sind, ohne Einsatzwagen in die Quere zu kommen.
Erste Maßnahmen ergriffen
Die Feuerwehr lebt seit Jahren mehr schlecht als recht mit den vielen Mängeln der Gebäude an Nord- und Überfelder Straße. "Die Probleme sind ja seit Jahren bekannt, aber wir haben keine Alternativen", sagte stellvertretender Wehrleiter Mirko Braunheim auf Anfrage der RP.
Er wertete das Vorgehen der Unfallkasse als "einschneidende Maßnahme", deren ganze Tragweite nach ersten Sofortmaßnahmen noch genauer besprochen werden müsse.
Ein Treppenhaus ist bereits gesperrt worden. Für den Übungsdienst wichen die Wehrleute am Dienstag schon vom Schulungsraum in den engeren Raum der Freiwilligen Feuerwehr aus. Einige Fahrzeuge wurden aus der Fahrzeughalle nach draußen gesetzt. Statt im Speiseraum essen die hauptamtlichen Mitarbeiter jetzt in der Küche.
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