Haan: Feuerwehr wartet auf den Neubau "Feuerwehr-Neubau der Grundschule vorziehen" Feuerwehr-Neubau: Kreis muss Genehmigung geben
zuletzt aktualisiert: 11.01.2010Düsseldorf (RPO). Interview Feuerwehrleiter Carsten Schlipköter und sein Stellvertreter Mirko Braunheim blicken auf ein einsatzreiches Jahr zurück. 2009 investierte die Feuerwehr viel Mühe und Zeit in die Planung der neuen Feuer- und Rettungswache.
Traditionell nutzt die Feuerwehr-Leitung den Neujahrsempfang dazu, Bilanz aus dem abgelaufenen Jahr zu ziehen und Ausblick zu geben. Das taten Carsten Schlipköter, Leiter der Feuerwehr in Haan, und sein Stellvertreter Mirko Braunheim Gespräch mit RP-Redakteur Ralf Geraedts
Welche Bilanz ziehen Sie aus 2009?
Braunheim Wir haben 6198 Einsätze bewältigt, 510 mehr als 2008. Damit ist erstmals die Grenze von 6000 Einsätzen deutlich übertroffen worden. Statistisch gesehen sind wir 17mal am Tag zu Einsätzen gerufen worden.
Im vorigen Jahr hatten Sie gehofft, dass bald mit dem Neubau begonnen wird. Noch hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt.
Schlipköter Das Verfahren für die "Public-Private-Partnership" ist in vollem Gange und wird im Frühjahr 2010 abgeschlossen. Wir haben 2009 zusammen mit dem Gebäudemanagement sehr viel Zeit in die Planung investiert und die Anforderungen und Vorstellung der Feuerwehr deutlich gemacht. Jetzt haben wir eine komplette Planung. Es steht alles. Nun ist noch die Finanzierungsfrage abschließend zu klären.
Wie werten Sie die Chancen, dass bald mit dem Neubau begonnen werden kann?
Schlipköter Wie gesagt, die alles entscheidende Finanzierungsfrage muss noch geklärt werden. Dennoch kann man sagen: Alle Beteiligten stehen hinter dem Projekt. Es besteht eine zwingende Notwendigkeit für einen Neubau. Im Altbestand herrschen nicht haltbare Zustände und werden täglich Mitarbeiter gefährdet.
Wie sehen die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Feuerwehrkollegen das Thema Neubau?
Schlipköter Für alle ist der Neubau ein zentrales Thema. Alle sehen, dass an der weiteren Unterhaltung des Altbaus nichts mehr gemacht wird.
Im vorigen Jahr haben mehrere Mitarbeiter zu anderen Feuerwehren gewechselt. Spielten bei deren Entscheidung auch die baulichen Verhältnisse in Haan eine Rolle?
Schlipköter Das mag ein Beweggrund gewesen sein. Die Verhältnisse bei anderen Wehren sind völlig andere.
Braunheim Auch die ehrenamtlich Aktiven haben Kontakt zu Kameraden in anderen Städten. In Ratingen und Langenfeld sind neue Feuerwachen entstanden, obwohl dort sehr viel später mit der Planung begonnen wurde. Und den Standard dort werden wir hier bei weitem nicht erreichen.
Kürzlich gab es eine ganze Reihe von Stellenausschreibungen. Wird die Haaner Feuerwehr personell verstärkt?
Schlipköter Nein. Aber mit Blick auf ausscheidende Kollegen, die im Jahresverlauf übliche Fluktuation und auch auf die Arbeitszeitverordnung müssen wir reagieren – und zwar möglichst drei Jahre im Vorfeld. So lange dauert es nämlich, bis ein Brandmeister-Anwärter zu einem vollwertigen Feuerwehrmann ausgebildet ist. Der Markt ist nahezu leergefegt. Feuerwehrleute müssen einen – vorzugsweise handwerklichen – Beruf erlernt haben, bevor sie in den Feuerwehrdienst eintreten. Hinzu kommen die gesundheitlichen Anforderungen. Bisher sind viele Bewerbungen eingegangen. Aber viele Kandidaten werden schon sehr früh durchs Raster fallen.
Wird der Fahrzeugpark in diesem Jahr erweitert?
Schlipköter Wir wollen ein Löschgruppen-Fahrzeug ersetzen. Gerade wird die Ausschreibung vorbereitet. Das Fahrzeug wird ausgerüstet sein mit Material und Geräten für die technische Hilfeleistung, mit Tank, Pumpe, Leitern und Platz für neun Personen.
Braunheim Der Wagen soll ein Löschgruppenfahrzeug ersetzen, das 1984 in Dienst gestellt wurde.
Was liegt sonst für 2010 an?
Schlipköter Uns bewegt das Bauprojekt Feuerwache. Wenn es in diesem Jahr losgehen sollte, muss geplant werden, wie der Dienstbetrieb in der Bauphase sichergestellt werden kann. Das wird eine äußerst schwierige Zeit, weil unsere Einsatzmittel auf verschiedene Stellen in der Stadt verteilt werden. Die Planung macht aber keinen Sinn, so lange nicht klar ist, wann es losgehen soll.
Haan (-dts) Beim Feuerwehr-Neubau in Haan gehe es nicht "um eine neue Garage für große rote Autos", sondern um angemessene Arbeits-, Ausbildungsplätze, die dem technischen Fortschritt folgen und den arbeitsschutz-rechtlichen Vorschriften entsprechen. Das sagte Markus Lennartz, stellvertretender Kreisbrandmeister, beim Neujahrsempfang. Die Feuerwehrleitung habe der Kommunalaufsicht empfohlen, die Feuerwehr vorrangig zu behandeln, sollte eine Priorisierung zwischen Feuerwehr- und Grundschul-Neubau nötig sein.
Haan (-dts) In einem Grußwort beim Neujahrsempfang der Feuerwehr bekräftige Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Mentrop den Willen von Rat und Verwaltung, eine neue Feuer- und Rettungswache zu bauen. "Der Zustand der Wache ist unzumutbar", räumte er ein, verwies aber auf finanzielle Probleme. Haan gerate in die Haushaltssicherung und benötige die Genehmigung des Kreises. Allerdings habe die Stadt "positive Signale der Aufsicht bekommen".
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