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Gruiten: Gartenidylle endet bald

VON SUSANNE GENATH - zuletzt aktualisiert: 23.02.2012

Gruiten (RP). Auf dem freien Feld hinter der Straße Windfoche bereitet die Stadt als Erweiterung des Technologieparks die Ansiedlung des Automobil-Zulieferers Johnson Controls vor. Anwohner befürchten ein Verkehrschaos.

Jürgen und Uta Clemens (links und rechts) in ihrem Garten mit Roswitha und Martin Barnert. Jürgen Clemens beschneidet einen Obstbaum. Hinter dem Garten soll der große Parkplatz von Johnson Controls entstehen.  Foto:  Olaf Staschik
Jürgen und Uta Clemens (links und rechts) in ihrem Garten mit Roswitha und Martin Barnert. Jürgen Clemens beschneidet einen Obstbaum. Hinter dem Garten soll der große Parkplatz von Johnson Controls entstehen. Foto: Olaf Staschik

Auf die geplante Erweiterung des Technologieparks in Gruiten blicken die Anwohner der Straße Windfoche mit Sorge. "Wir haben alle hinter unseren Häusern große Gärten, in denen wir Obst und Gemüse anbauen", sagt Uta Clemens (67). "Das können wir vergessen, wenn dort der riesige Parkplatz von Johnson Controls hinkommt – auch wenn dazwischen ein kleiner Grünstreifen mit Rad- und Fußweg vorgesehen ist." Denn die Feinstaubbelastung werde dann immens steigen.

Die Verkehrssituation sei ein weiterer Knackpunkt. 2800 Mitarbeiter wolle der Automobil-Zulieferer am Anfang in Gruiten beschäftigen. Später seien 4000 angekündigt. "Die derzeitigen Straßen schaffen den Verkehr für so viele Menschen gar nicht." Schon jetzt sei es je nach Uhrzeit schwierig, von der Windfoche auf die Millrather Straße abzubiegen und umgekehrt. Von den Problemen an der "Polnischen Mütze" ganz zu schweigen. Und dann sei da noch die Sache mit dem Wind. "Hier oben haben wir häufig Sturm", berichtet Clemens. "Wenn in dem Gewerbegebiet nun fünfgeschossige Häuser gebaut werden, könnten sich dadurch Wind- und Sturmschneisen ergeben."

Info

Verfahrensablauf

Bis es bei den Plänen im Technologiepark weitergeht, müssen erst die Ergebnisse der Gutachten abgewartet werden.

Anschließend müssen die Pläne gegebenenfalls überarbeitet werden und können dann in die Offenlage gehen.

Frühzeitige Bürgerbeteiligung

Ihr und den übrigen Anwohnern liege deshalb sehr daran, früh in die Planungen mit einbezogen zu werden. "Wir kennen schließlich die Schwierigkeiten hier." Das Haus, das sie mit ihrem Mann bewohnt, befinde sich seit drei Generationen im Familienbesitz. "Wir wissen, dass wir die Bebauung nicht mehr verhindern können, aber wollen, dass sie so verträglich wie möglich wird."

In der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses haben sich die Politiker auch für eine frühe Bürgerbeteiligung ausgesprochen. Rund 130 000 Quadratmeter umfasst die Fläche, die für den Automobilzulieferer Johnson Controls im Technologiepark vorgesehen ist. "Das sind rund zwei Drittel des Plangebietes", berichtet Bernd Michael Wegmann vom Architekturbüro Rheinruhr-Stadtplaner in Essen. Er hat jetzt einen Vorentwurf für den zweiten Bauabschnitt vorgestellt. Das Essener Büro zeichnete bereits für den ersten Bauabschnitt verantwortlich, der mit den Firmen Amada und Retsch-Verder umgesetzt wurde.

Zwei Straßen sollen für die Erweiterung des Gewerbegebietes angelegt werden: eine Umgehungsstraße im Süden und eine Stichstraße von Osten aus. Entlang der Millrather Straße ist eine Grünfläche mit Fuß- und Radweg vorgesehen, so wie schon im ersten Bauabschnitt.

Gebäude bis zu 18 Meter hoch

Die Gebäude dürfen im Innenbereich höchstens 18 Meter hoch sein. "Im Norden sind maximal 13 Meter erlaubt, im Osten und Süden 10,50 Meter", erklärt Wegmann. Dies entspreche fünf, vier und drei Etagen. Gutachten zu Lärm-, Landschafts- und Artenschutz sowie zu möglichen Altlasten seien zurzeit noch in Arbeit. Ebenso eins zur Verkehrssituation. "Mit den Straßenbaulastträgern in Bund und Land besteht noch Abstimmungsbedarf, ob und was zu tun ist, damit der Verkehr dort weiterhin vernünftig funktioniert.

www.rp-online.de/Hilden

Quelle: RP


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