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Hilden: Gefährliches Laub beseitigen

VON CHRISTINE ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 13.11.2007

Düsseldorf (RPO). Mitarbeiter des städtischen Bauhofs schieben Sonderschichten: Mit Kehrmaschinen, Besen und Laubpustern rücken sie dem Blätter-Matsch auf den Straßen zuleibe. Eine Alternative zu den lauten Geräten gibt es nicht.

Die städtischen Mitarbeiter tragen beim Einsatz der lauten Laubpuster einen flexiblen Hörschutz, der das Geräusch von Autohupen durchlässt – aus Sicherheitsgründen.   Foto: RPO
Die städtischen Mitarbeiter tragen beim Einsatz der lauten Laubpuster einen flexiblen Hörschutz, der das Geräusch von Autohupen durchlässt – aus Sicherheitsgründen. Foto: RPO

Achtung, Rutschgefahr! Auch ohne Eis und Schnee ist das Passieren vieler Gehwege und Straßen derzeit nicht ohne Risiko. Die stürmischen Tage der vergangenen Woche haben das Laub gleich tonnenweise von den Bäumen gefegt. Und der Regen das Ganze anschließend in eine dicke Matschschicht verwandelt. Jede Menge Arbeit also für die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs.

Beschwerden über Blätterhügel

„Für uns heißt es jetzt erst mal, Gefahrenstellen zu beseitigen“, berichtet der Abfallberater und Leiter des Hildener Bauhofs, Frank Berndt. „Es ist alles sehr nass, wir müssen sehen, dass wir diese flächendeckenden Beläge schnell wegbekommen.“ Die Kehrmaschinen der Stadt sind dazu statt der üblichen 14-tägigen Reinigung jetzt vermehrt unterwegs, und zwar auch die dritte Ersatzmaschine. Und das meist in Begleitung von drei bis vier so genannten Beikehrern, die erst mit dem Laubpuster und dann mit dem Besen dem glitschigen Zeug zuleibe rücken. Dabei stellt Berndt ganz klar fest: „Sauber kriegen wir jetzt im Moment gar nichts, da bleibt immer mal etwas in den Ecken liegen, wie etwa an Parkbuchten. Das schaffen wir auch gar nicht. Erst Ende November, Anfang Dezember, wenn der Großteil der Blätter gefallen ist, wird das alles abgeräumt.“

Info

Laubpuster

Die Mitarbeiter des Bauhofs benutzen handelsübliche Laubpuster, die zugleich auch eine Laub- sauge-Funktion haben. Es gibt sie als Elektrogeräte (bis zu 2500 Watt) und als benzinbetriebene Geräte (Zwei-Takt-Motor). Letztere kommen bei der Straßen- und Grünflächenreinigung zum Einsatz. Laubsauger beziehungsweise -puster können bis zu 100 Dezibel an Lautstärke erreichen.

Viele Anwohner rufen deshalb in seinem Amt an und beschweren sich über zurückbleibende Laub-reste. Dabei sind gerade sie es, die nicht selten für solche Blätterhügel sorgen. Denn wie im Winter beim Schnee sind die Anwohner auch im Herbst in der Pflicht, die Gehwege freizuhalten. Aber anders als beim Schnee darf nicht einfach in die Rinne gekehrt werden. Berndt: „Das Laub muss aufgenommen und in die Bio-Tonne gekippt oder zum Bauhof gebracht werden.“ Große Laubberge umfährt der Fahrer der Kehrmaschine ohnehin, denn das würde die Maschine verstopfen. Wo die Kehrmaschine nicht hinkommt, etwa auf Spielplätze oder in Grünanlagen, rücken die mit Kehrgerät ausgerüsteten weißen Wagen der Bezirksreiniger an. Dass die Arbeit mit den Laubpustern, die auch als Sauger eingesetzt und bis zu 100 Dezibel laut sein können, nicht jedem gefällt, weiß auch Reiner Schneller. „Aber nur mit dem Besen wird man da nicht Herr drüber“, gibt der Einsatzleiter der Stadtreinigung zu bedenken. Seine Mitarbeiter leiden vermutlich selbst am meisten unter dem Krach und dem Gestank der mit Benzin betriebenen Geräte. „Wir tragen zwar einen Hörschutz, aber einen flexiblen, der das Geräusch etwa von Autohupen durchlässt. Wegen der Sicherheit.“ Nicht unwichtig, beginnt die erste Schicht für die Bauhof-Mitarbeiter doch schon kurz nach sieben – im Dunkeln. Schneller ist nach eigener Aussage zwar immer auf der Suche nach geräuschärmeren Geräten. „Aber da gibt es noch nichts Neues.“

Nachfrage ungebrochen

Ein Mitarbeiter des Hildener Obi-Marktes bestätigt das: „Das ist wie bei den Turbinen eines Flugzeugs. die sind nun mal laut.“ Dennoch ist in dem Baumarkt an der Walder Straße, wie in anderen Märkten auch, der Run auf die Geräte ungebrochen. Trotz Lärm und Anschaffungspreisen von mindestens 100 Euro. „Die Leute sind halt bequem“, so der Mann von Obi.

Quelle: RP

 
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