Hilden: Gegenseitige Hilfe im Notfall
VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 30.01.2009Düsseldorf (RPO). Feuerwehrchef Lothar von Gehlen warb beim Neujahrsempfang des Hildener Industrievereins für das Modell der Freiwilligen Feuerwehr. Davon profitierten Unternehmen und Bürger gleichermaßen.
Sicherheit sei ein wesentlicher, wirtschaftlicher Standortvorteil für Hilden, führte von Gehlen aus. Das sei vielen aber nicht präsent, erläuterte der Stadtbrandmeister. Das Thema werde verdrängt, weil niemand gern an ein Unglück denke. Zum anderen sei es für die meisten völlig selbstverständlich, dass im Notfall Hilfe schnell vor der Tür stehe. Die Feuerwehr und der Rettungsdienst seien in Hilden gut ausgerüstet, betonte von Gehlen. 150 Einsatzkräfte könnten im Notfall mobilisiert werden, darunter 50 Hauptamtliche. Allein für den Unterhalt der hauptamtlichen Wache gebe die Stadt rund 1,4 Millionen Euro im Jahr an Personalkosten aus. Hinzu kämen weitere 300 000 Euro für die Anschaffung von Fahrzeugen und Geräten. Sicherheit kostet Geld, machte von Gehlen klar. Ein voll ausgerüstetes Löschfahrzeug beispielsweise schlage mit rund 250 000 Euro zu Buche. Eine Drehleiter koste gar rund 600 000 Euro.
Industrie-Verein
Gegründet 1955.
Mitglieder 90 Unternehmen, die rund 8000 Mitarbeiter beschäftigen.
Vorsitzender Norbert B. Roth.
Freiwillige Helfer
Das Rückgrat der Hildener Feuerwehr seien freilich die freiwilligen Helfer, betonte der Stadtbrandmeister, der seine Aufgabe übrigens auch ehrenamtlich versieht. Immer wieder hätten sich Hildener Unternehmer als Wehrleiter zur Verfügung gestellt. Bereits der erste Chef der Freiwilligen Feuerwehr in Hilden war ein Unternehmer, der Essig- und Likörfabrikant Gustav-Friedrich Gottschalk. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute versehen ihren Dienst mit großem Engagement und ohne jegliche Bezahlung: "Wer nachts um drei Uhr von einem Funkmeldeempfänger unsanft geweckt wird, bei strömendem Regen mit einer Leiter in den zweiten Stock eines Hauses klettert, um dort jemanden aus Lebensgefahr zu retten, hat unseren Respekt verdient." Dieser Freiwillige müsse nämlich am nächsten Tag schon wieder seiner Erwerbsarbeit nachgehen. Lothar von Gehlen bat die versammelten Unternehmer um Verständnis und Unterstützung, wenn die Freiwilligen für ihren Einsatz ihren Arbeitsplatz verlassen müssten: "Das für Bürger und Unternehmen äußerst günstige Modell der Freiwilligen Feuerwehr kann nur auf dem Modell der gegenseitigen Hilfe funktionieren. Denken Sie daran, wenn Sie Hilfe brauchen, verzichtet ein anderes Unternehmen auf die Arbeitskraft des Feuerwehrmannes, der gerade bei Ihnen das Schlimmste verhindern hilft."
Der Vorsitzende des Hildener Industrie-Vereins, Norbert B. Roth, brach in seiner Begrüßung eine Lanze für das Berufskolleg Hilden. Nur 34 Prozent der Betriebe fühlten sich vom Kolleg bei der Ausbildung unterstützt, hatte eine Umfrage des Industrie-Vereins ergeben. Roth: "Das wird dem Kolleg nicht gerecht. Dort wird hervorragende Arbeit geleistet."
"Exzellente Ausbildungsarbeit"
Bürgermeister Günter Scheib, der nicht wieder kandidiert, lobte der Vorsitzende des Industrie-Vereins als "zuverlässigen und aufrichtigen Partner" und dankte ihm für die gute Zusammenarbeit. Auch Scheib setzte sich für das Berufskolleg ein: "Dort wird exzellente Ausbildungsarbeit geleistet. Aber das muss auch bekannt sein."
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