Haan: Gemeinsam viel erreicht
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 30.05.2007Düsseldorf (RPO). Fünf christliche Gemeinden unterzeichneten am Sonntag eine Ökumenische Partnerschaftsvereinbarung. Pfarrerin Gabriele Gummel nannte das Papier einen „Doppelpunkt“. Es hält fest, was bisher erreicht wurde, und gibt die Basis vor, auf der weiter aufgebaut werden soll.
Acht Unterschriften stehen auf jedem Original der Ökumenischen Partnerschaftsvereinbarung. Einige hundert Christen unterzeichneten später im Foyer der katholischen Pfarrkirche ausliegende Listen und schlossen sich so mit ihrem Namen inhaltlich dem Dokument an. Zuvor hatte Pfarrer Frank Weber im ökumenischen Gottesdienst von einem „historischen Ereignis“ gesprochen, das die fünf christlichen Gemeinden Haans mit über 20 000 Mitgliedern näher zusammenrücken ließ.
Stärker ins Bewusstsein geholt
„Wir freuen uns, dass wir als Christen den gemeinsamen Weg gehen konnten und können“, sagte Wolfgang Stremel, Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde. Kaplan Peter Stelten (kath. Seelsorgebereich) freute sich, dass auch Gäste aus Erkrath gekommen waren, wo jüngst ebenfalls eine ökumenische Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet wurde.
Seit dem Spätsommer 2006 wuchs die Idee, die Ökumene noch stärker ins Bewusstsein zu rücken. „Wir wollten Bilanz ziehen mit dem Ziel, einen Doppelpunkt zu setzen: So weit sind wir gekommen und von hier geht es weiter“, sagte Pastorin Gabriele Gummel in ihrer Predigt. Die fünf christlichen Gemeinden seien sehr unterschiedlich. Zwischen einigen habe es schon viele Jahre sehr intensive Kontakte gegeben, zwischen anderen dagegen wenige bis keine Berührungspunkte. Die Basis, die die Bewegung getragen, geleitet und angespornt habe, sei „immer der gemeinsame Glaube“ gewesen, so Gummel.
Der katholische Pastoralreferent Detlef Tappen erklärte, jede Gemeinde habe in ihrer langen Tradition Eigenheiten entwickelt. Die Partnerschaftsvereinbarung sei verbindlicher Ausdruck, dass die Gemeinden „immer mehr eins werden“. Und: „Die Unterschiede sind nicht gleichgültig, aber zweitrangig.“
Bisher einzigartiges Projekt
So besonders wie der Anlass war auch die Kulisse des ökumenischen Gottesdienstes. Im Altarraum war ein mehrstufiges Podest aufgebaut worden, auf dem rund 150 Sängerinnen und Sänger aus allen christlichen Chören der Stadt Platz fanden. Davor hatte ein etwa 30-köpfiges Orchester Platz genommen. In einem „bisher noch nie dagewesenen Projekt“ (Peter Stelten) hatte Kantor Stefan Scheidtweiler die achtstimmige Psalmenkantate „Da Israel aus Ägypten zog“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy einstudiert. Mit kraft- und zugleich gefühlvollem Gesang sowie opulenter Orchestermusik wurde die Aufführung des Werkes zu einem echten Hörerlebnis und -genuss, den die sicher 500 Besucher mit lang anhaltendem Applaus belohnten. Das galt auch für das „Halleluja“ aus dem Händel-Oratorium „Der Messias“, das Gerhard Tributh später zum Abschluss dirigierte.
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