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Hilden: Gerangel um Hallenzeiten

VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 10.02.2007

Düsseldorf (RPO). Das Sportamt lässt zurzeit ermitteln, wie die Vereine die Turnhallen tatsächlich nutzen. Ziel ist eine Optimierung der Belegung. In der kommenden Woche werden die Betroffenen selbst angeschrieben.

Die HAT hat in der Dr.-Ellen-Wiederhold-Halle bereits Hausmeisteraufgaben übernommen. Im Bild setzt sich Christina Holzgreve (am Ball) aus dem HAT-Landesliga-Damenteam gegen den SV Wermelskirchen durch.   Foto: RPO
Die HAT hat in der Dr.-Ellen-Wiederhold-Halle bereits Hausmeisteraufgaben übernommen. Im Bild setzt sich Christina Holzgreve (am Ball) aus dem HAT-Landesliga-Damenteam gegen den SV Wermelskirchen durch. Foto: RPO

Seit 22. Januar schwärmen Schüler und Studenten als „Späher“ des Sportamtes aus. Allabendlich notieren sie zwischen 17 und 22 Uhr jede Stunde, wer was mit wie viel Personen in jeder der zwölf städtischen Sporthallen so treibt. Ziel der „verdeckten Ermittlung“: den tatsächlichen Ist-Zustand feststellen. Deshalb wurden die Vereine nicht informiert, erläutert Claudia Wachendorf, Leiterin des städtischen Sportbüros. Das soll erst in der kommenden Woche geschehen. Belegungspläne lägen im Amt zwar vor, aber die seien relativ alt. „Wir hoffen, freie Kapazitäten zu finden, um die Belegung der Hallen zu optimieren“, sagt die Leiterin des Sportbüros.

Mit Tauschangebot abgeblitzt

Das wünscht sich auch Gerd Klever, Abteilungsleiter der Basketball-abteilung des TuS Hilden. Seine Basketballer – rund 50 Sportler, die in zwölf Mannschaften im Ligabetrieb spielen – würden gern ihre Trainingsstätte wechseln. Die Turnhalle Zur Verlach sei für die schnelle Sportart gefährlich eng, erläutert Klever: „Nur einen Meter hinter dem Korb kommt schon die Holz verkleidete Hallenwand.“ Zeitgleich zum Basketball-Training Montagabend in der Verlach-Halle übe eine Damen-Gymnastik-Gruppe eines anderen Vereins in der Fabricius-Halle. Die sei für Basketball weitaus besser geeignet – findet Klever. Er habe einen Tausch vorgeschlagen. Aber darauf seien die Damen nicht eingegangen.

Info

Sport in Hilden

Stadtsportverband Die 1965 gegründete Dachorganisation der Hildener Sportler umfasst 49 Vereine mit 13 200 Mitgliedern. Der freiwillige Zusammenschluss vertritt die Interessen der Vereine in der Öffentlichkeit. Vorsitzender ist Helmut Klink.

Hallen Die Stadt verfügt über zwölf Sporthallen, die sie den Vereinen kostenfrei zur Nutzung überlässt.

Sportplätze acht.

Sportbüro im Rathaus, Leiterin Claudia Wachendorf, Kontakt Tel. 0 21 03 / 7 25 44.

Helmut Klink, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, begrüßt die Aktion der Stadt: „Darum habe ich jahrelang gekämpft. Ich bin erfreut, dass die Stadt Geld in die Hand nimmt und die Hallenbelegung überprüft.“ Mit der Art des Vorgehens hat Klink kein Problem: „Wer sich überprüft fühlt, klagt sich an.“ In anderen Städten seien solche Kontrollen nicht nötig, weil die Vereine dort Nutzungsgebühren entrichten müssten.

Keine Nutzungsgebühren

Wenn bezahlt werden müsse, achteten die Vereine schon selbst auf eine optimale Nutzung. In Hilden dagegen stelle die Stadt den Sportlern die Hallen kostenfrei zur Verfügung. Mindestens zehn Teilnehmer, so die Faustformel, sollten deshalb für ein Training oder einen Kursus zusammenkommen, findet Klink. Bis Ostern soll die Erhebung abgeschlossen sein, sagte Sportdezernent Reinhard Gatzke. Dann will sich das Sportamt zusammen mit dem Stadtsportverband und den Vereinen an einen Tisch setzen und über die Neuverteilung der Hallenzeiten diskutieren. Künftig soll ein Verein für eine bestimmte Sporthalle zuständig sein, wünscht sich Gatzke. Vorbild ist die Hildener Allgemeine Turnerschaft (HAT), die bereits Hausmeisteraufgaben für die Dr.-Ellen-Wiederhold-Halle übernommen hat.

Die Kommune verspricht sich davon Kosteneinsparungen beim Unterhalt. Auch die Vereine würden profitieren, meint Gatzke. Sie könnten dann frei über die ihnen zugewiesenen Hallenzeiten disponieren.

Quelle: RP

 
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