Hilden: Grüne punkten mit CO-Pipeline
VON BARBARA JAKOBY UND CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 09.05.2010 - 23:38Düsseldorf (RPO). Die Hildener Grünen können über neun Prozent zulegen und sind überzeugt, dass sie dies ihrem Kampf gegen die Giftgas-Leitung im Landtag verdanken. Die CDU verliert zwölf Prozent bei den Zweitstimmen, bringt aber ihren Direktkandidaten durch.
Fünf Minuten vor Schließung der Wahllokale schneidet SPD-Kandidatin für den Wahlkreis 36, Birgit Alkenings, in der Geschäftsstelle an der Berliner Straße Käsewürfel für die versammelten Genossen – und ist die Ruhe selbst. „Bei der Bürgermeisterwahl war ich viel aufgeregter“, sagt die Hildener Ortsvereinsvorsitzende, die das erste Mal für den Landtag kandidiert. Auch als die erste landesweite Hochrechnung über den Fernseher flimmert, hält sich der Jubel an der Basis noch in Grenzen.
Während dort mal die CDU, mal die SPD die Nasen knapp vorn hat, sieht es für die Sozialdemokraten in Hilden zunächst recht gut aus. Eine Prognose über ihr Abschneiden will Alkenings zu früher Stunden jedoch nicht abgehen. Nur so viel: „Ich hoffe auf eine Stimme mehr als Herr Clauser.“ Doch die 42-Jährige gesteht auch ein, es sei schwer, „gegen einen amtierenden Abgeordneten anzutreten“.
Matthias Engel, der im Wahlkreis 37 für die SPD kandidiert, stößt zu den Hildener Genossen. Und freut sich über den landesweiten Triumph der Genossen: „Unglaublich! Wir sind die führende Partei im Land.“ Sagt’s und fährt wie Alkenings in die anderen Städte seines Wahlkreises. Am Ende haben es beide SPD-Kandidaten nicht geschafft, in den Landtag zu kommen.
Der Hildener CDU-Chef Patrick Strösser freute sich darüber, dass die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Clauser und Giebels wiedergewählt wurden: „Der Gesamttrend für die CDU hat uns relativ betrübt.“ Das gute Abschneiden der Grünen in Hilden sei nicht überraschend und der CO-Leitung zu verdanken. Positiv überrascht habe die Hildener Christdemokraten, dass die SPD in Hilden bei den Zweitstimmen im Vergleich zur Landtagswahl 2005 erheblich verloren habe.
Fraktionsvorsitzender Klaus-Dieter Bartel freut sich über den Erfolg der Grünen in Hilden. Sie konnten um 9,3 Prozent gegenüber der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren zulegen und liegen damit über dem Landesdurchschnitt. Bartel führt das auf den Kampf gegen die Kohlenmonoxid-Pipeline von Bayer zurück: „Unsere Landtagsfraktion hat sich klar gegen die CO-Leitung ausgesprochen. Bei anderen Landtagsfraktionen war das anders. Das haben die Wähler erkannt.
Die FDP habe in Hilden besser abgeschnitten als die Liberalen im Landestrend, betont Ortsparteivorsitzender Uwe Gramminger: „Mit dem Gesamtergebnis sind wir natürlich nicht zufrieden.“ Das schlechte Abschneiden der Liberalen führt Gramminger auf mehrere Ursachen zurück. Nach dem Superwahljahr 2009 sei eine gewisse Wahlmüdigkeit bei den Wählern festzustellen.
Schuld sei auch die „unklare Wahlaussage der CDU“. Die Christdemokraten hätten sich erst zum Schluss des Wahlkampfs zu ihrem Bündnis mit der FDP bekannt. Weitere 0,5 Prozentpunkte hätten die Liberalen eingebüßt, weil bundespolitische Themen wie die Griechenlandhilfen die landespolitischen Themen überlagert hätten. Gramminger: „Das war mehr eine Bundestags- als eine Landtagswahl.“
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