Haan: Halle wegen Legionellen gesperrt
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 12.11.2011Haan (RP). Seit einer Woche ist die Sporthalle Walder Straße gesperrt. Haupt- und Realschüler haben alternativen Sportunterricht. Die Ballsportler der Vereine können nicht trainieren. Inzwischen sind die Rohrleitungen desinfiziert worden. Das Ergebnis der Kontrollprobe steht noch aus.
Sportler in Haan sind zurzeit "gebeutelt". Die Sporthalle Adlerstraße wird kernsaniert und fällt noch bis zum Jahreswechsel als Ort für den Sport aus. Und jetzt ist auch die Sporthalle Walder Straße gesperrt. Bei Routine-Untersuchungen wurden Legionellen gefunden, die lebensgefährliche Lungenentzündungen hervorrufen können, wenn sie eingeatmet werden.
"Wir versuchen, die Ursachen zu finden", bestätigte Ute Eden, Leiterin des Gebäudemanagements, den zweiten Vorfall in diesem Jahr. Vor zwei Monaten waren eine Legionellen-Belastung im Warmwasserbereich entdeckt und beseitigt worden. Jetzt aber ist der Kaltwasserstrang betroffen.
Legionellen
Legionellen sind im Wasser lebende Bakterien. Sie kommen dort vor, wo erwärmtes Wasser ihnen gute Bedingungen für die Vermehrung bietet.
Ein Übertragung von Legionellen ist prinzipiell durch Kontakt mit Leitungswasser möglich, wenn die Bakterien in die tiefen Lungenabschnitte gelangen.
Das Trinken von mit Legionellen belastetem Wasser stellt für Personen mit intaktem Immunsystem keine Gesundheitsgefahr dar.
Schulen regen Notfallplan an
Inzwischen sind die Leitungen gespült, chemisch und thermisch desinfiziert worden. Am Donnerstag zog das Gesundheitsamt des Kreises Kontroll-Wasserproben. "Das Ergebnis der Nachprobe wird für den 21. November erwartet", sagte Anne Grassberger, Pressesprecherin des Kreises, gestern auf Anfrage. So lange wird die Sporthalle gesperrt bleiben.
Ute Eden stellte klar, dass der Legionellen-Befall nichts mit der Grundsanierung der Sporthalle zu tun habe. Die Ursachenforschung laufe. Weil Fachleute nicht ausschließen konnten, dass Legionellen selbst beim Bedienen der WC-Spülung verwirbelt werden könnten, habe sich das Gebäudemanagement zu der Sperrung gezwungen gesehen. "Wir können nicht leichtfertig mit dem Thema umgehen!" Ute Eden zeigte Verständnis für die Nöte der Sportler, betonte aber, es habe keinen anderen Weg gegeben.
Trinkwassernetz nicht betroffen
Reinold Mertens, Leiter der Emil-Barth-Realschule, regte an, einen Nofallplan aufzustellen. Derzeit könne der Sportunterricht wegen der noch freundlichen Witterung nach draußen verlegt werden. Gestern Mittag übte eine Gruppe auf dem Schulhof, der zugleich Dach der Sporthalle ist, das Einrad-Fahren. Eine andere Gruppe ging Joggen. Auch der Außensportplatz kann genutzt werden. Bei schlechtem Wetter wird zum Teil Sporttheorie unterrichtet.
Auch Markus Helf, Leiter der Hauptschule Zum Diek. hofft auf eine baldige Wieder-Öffnung der Halle. Denn gerade bei der Übermittagsbetreuung habe Sport einen großen Stellenwert. Im regulären Unterricht gebe es derzeit keine allzu großen Probleme: die Neuner sind im Praktikum, die Klassen fünf und sechs haben Schwimmen. Die anderen erhalten in den Sportstunden jetzt alternativen Unterricht.
"Legionellen kommen nur in warmem Wasser vor", erklärte Peter Barthel, technischer Betriebsleiter der Stadtwerke Haan. Wenn die Erreger doch im Bereich von Kaltwasserleitungen auftauchten, dann dort, wo sich die Temperatur durch längere Nichtbenutzung erhöht habe.
"Eine Rückauswirkung auf das Trinkwassernetz ist ausgeschlossen", stellte Barthel klar. Öffentliche Gebäude würden seit vielen Jahren regelmäßig auf Legionellen überprüft. Die Frischwasserversorgung sei einwandfrei.
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