Hilden/Haan: Handy aus im Krankenhaus
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 08.05.2007Düsseldorf (RPO). Obwohl einige Kliniken in Deutschland die Benutzung von Mobiltelefonen inzwischen erlauben, bleibt es in Hilden und Haan beim Handy-Verbot. Nicht, weil die Medizintechnik gestört wird, sondern die Patienten.
300 Tests gemacht
Studie Grundlage sind 300 Tests mit zwei unterschiedlichen Handy-Modellen in Patientenzimmern und auf Intensivstationen. Telefoniert wurde in der Nähe von 192 Medizingeräten.
Festnetz In den Kliniken des katholischen Kplus-Verbundes müssen eine Bereitstellungsgebühr sowie die Kosten pro Einheit bezahlt werden. In Hilden sind das: 80 Cent Bereitstellung, 20 Cent je Einheit.
Das Elisabeth-Krankenhaus in Meerbusch kommt nicht allzu oft in die Schlagzeilen, die Unikliniken in Frankfurt schon eher. Zuletzt haben es beide bundesweit in einige Gazetten geschafft. Nicht mit medizinischen Leistungen, sondern mit der Aufhebung des Handy-Verbotes in ihren Krankenhäusern.
Das galt bislang in fast allen Häusern, weil die mobilen Telefone die technischen Gerätschaften in den Krankenhäusern womöglich stören könnten. Eine Untersuchung aus den USA hat aber jetzt herausgefunden, dass ein Handy-Verbot in Krankenhäusern überflüssig sei. Die Geräte würden keineswegs negativ beeinflusst werden. Das veranlasste das Krankenhaus in Meerbusch dazu, die rot umrandeten Zeichen mit dem durchgestrichenen Handy von den Eingangstüren zu entfernen. In Frankfurt sind Mobiltelefone lediglich noch in Operationssälen sowie auf der Intensivstation untersagt.
Keine konkreten Überlegungen
In Hilden und Haan müssen Besucher und Patienten ihre Handys auch weiterhin ausschalten. „Es gibt bislang keine konkreten Überlegungen, dieses Verbot aufzuheben“, sagt Cerstin Tschirner, Pressesprecherin des katholischen Kplus-Verbundes in Solingen, zu dem das Sankt-Josef- und das Sankt-Josefs-Krankenhaus gehören. Man habe intern zwar angesichts der neuen Aussagen aus der Forschung über das Thema diskutiert, sei aber zu der Entscheidung gekommen, die Nutzung eines Mobiltelefons in den Krankenhäusern auch künftig zu untersagen. Den Forschungsergebnissen steht der Verband ohnehin skeptisch gegenüber. „Unsere Techniker bestätigen zwar, dass die neueren Modelle die Geräte nicht gefährden“, berichtet Tschirner. „Bei den älteren Modellen der ersten Handy-Generation ist das aber nicht so.“ Und man könne nicht jeden Krankenhausbesucher vor Betreten des Gebäudes nach dem jeweiligen Modell fragen.
Aus Sicht des Kplus-Verbundes sprechen aber noch andere Gründe gegen die Aufhebung des Handy-Verbotes. „Neben dem technischen Bereich geht es uns auch um den Bereich des Störens“, erklärt Tschirner. Soll heißen: Die Krankenhäusern wollen verhindern, dass sich ein Patient, der dringend Bettruhe braucht, mittels Mobiltelefon und womöglich auch noch Laptop sein kleines Büro am Krankenbett aufbaut. Ebenso störend wären beispielsweise auch die Pieptöne für die „Mitbewohner“, wenn der Zimmergenosse laufend SMS verschickt.
Keine rechtliche Handhabe
Rein rechtlich haben die Krankenhäuser keine Handhabe, wenn doch ein Patient oder Besucher sein Mobiltelefon nutzt. „Derjenige wird dann freundlich gebeten, das Telefon auszuschalten“, sagt Tschirner.
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