Hilden: Hauptschule: Mensa auf Eis
VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 29.12.2009Düsseldorf (RPO). Die geplante Kantine wird vorerst nicht gebaut, beschloss der Stadtrat. Hilden will die Entwicklung der Anmeldezahlen 2010 und die schulpolitischen Weichenstellungen der neuen Landesregierung abwarten.
Immer weniger Eltern schicken ihre Kinder auf die Hauptschule. 25 Schüler wurden auf der Theodor-Heuss-Schule für das Schuljahr 2008/2009 angemeldet, berichtet Schulleiter Klaus Drewer. Mit 21 bis 22 rechnet die Prognose in den kommenden Jahren. Die Hoffnung, dass der Ganztagsbetrieb mehr Schüler anzieht, habe sich nicht bestätigt, stellt die Verwaltung fest. 18 Neuanmeldungen für das Schuljahr sind das Minimum, welches das Schulgesetz vorschreibt. Sonst muss die Stadt die Schule schließen.
Stadt will weiter investieren
"Wir wollen an der Hauptschule festhalten und weiter investieren", betont Schuldezernent Reinhard Gatzke. Dennoch hat der Stadtrat auf Vorschlag der Verwaltung den geplante Mensa-Bau zunächst gestoppt. Hintergrund: Zunächst war ein Mensa-Neubau für 1,7 Millionen Euro geplant. Als die Anmeldezahl für die Theodor-Heuss-Schule im Februar zunächst auf nur 19 Schüler sank, wurde die Planung überarbeitet. Statt eines Neubaus sollten drei Klassenräume für 700 000 Euro zu einer Mensa umgebaut werden. Bereits im Februar sollten die Arbeiten beginnen. Jetzt hat die Stadt Hilden die Pläne auf Eis gelegt.
Theodor-Heuss-Schule
Lage Die Albert-Schweitzer-Schule wurde mangels Nachfrage mit Beginn der Sommerferien 2009 geschlossen. Die Albert-Schweitzer-Schule ist jetzt Hildens einzige Hauptschule. Sie hat 274 Schüler (Stand: 15. Oktober 2009).
Politik Die Grünen und die Bürgeraktion Hilden sprechen sich für einen Ausbau der Gesamtschule aus. Die Stadt Hilden ist gemeinsam mit der Stadt Langenfeld Träger der Bettine-von-Armin-Gesamtschule in Langenfeld.
Denn so etwas wie in Ratingen soll in Hilden nicht passieren. Dort investierte die Stadt gerade erst 1,7 Millionen Euro in die einzige Hauptschule. Jetzt sei die mangels Nachfrage von der Schließung bedroht, erläutert Gatzke. Der gerade veröffentlichte Bildungsreport NRW bestätige den Trend, dass immer weniger Schüler auf die Hauptschule gehen. Das zeige sich auch im Kreis Mettmann.
Neben Ratingen stünden zwei weitere Hauptschulen in Velbert und in Heiligenhaus vor der Schließung. Zudem werde im Mai ein neuer Landtag gewählt. Gatzke erwartet, dass dies auch Auswirkungen auf die Schullandschaft hat. Allein die CDU halte noch an der Hauptschule fest. "Die Stadt Hilden hat alles getan, um die Hauptschule zu stärken", betont Gatzke und erinnert an den Präventionspreis des Innenministeriums und das landesweit vorbildliche Projekt "Bildungspatenschaft". Müsste die letzte Hauptschule in Hilden mangels Schülern geschlossen werden, könnte man mit Nachbarstädten eine Vereinbarung schließen und die Hildener Jugendlichen auf die Hauptschulen nach Haan und Langenfeld schicken.
Eltern sind "bitter enttäuscht"
Schulleiter Klaus Drewer hat Verständnis dafür, dass die Stadt Hilden nicht 700 000 Euro in den Sand setzen will. Man müsse die Entwicklung der Anmeldezahlen abwarten. Das Mittagessen nehmen rund 75 Schüler in zwei Schichten im benachbarten Jugendzentrum Area 51 ein: "Das funktioniert ganz gut." Der Stadtrat hat die Verwaltung beauftragt, ein neues Konzept zu entwickeln, das dies auch in Zukunft sicherstellt. Viele Eltern von Hauptschülern seien durch den Stopp des Mensa-Baus "bitter enttäuscht", klagte Andrea Döpper, Vorsitzende der Schulpflegschaft.
Die Eltern seien über die Entscheidung des Stadtrates noch nicht einmal informiert worden. Die Heuss-Schule habe viel Potenzial und engagierte Lehrer, meinte Döpper: "Es gibt viele Möglichkeiten, die Schule attraktiver zu machen." Dafür müsse aber deren Erscheinungsbild verbessert werden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum