Hilden: Hildener Tafel versorgt 900 Kunden
VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 30.12.2009Düsseldorf (RPO). Gestern lieferte die Solidarfonds-Stiftung erstmals je eine Palette Joghurt und frisches Obst beim Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer in der Mühlenstraße an. Heute ist die letzte Ausgabe in diesem Jahr: 37 Prozent mehr Verkäufe als in 2008.
Hildener Tafel
Träger Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer Hilden.
Kunden Die Tafel erreicht etwa 900 von 4300 Berechtigen in Hilden.
Helfer 35. SKFM-Geschäftsführer Hubert Bader: "Wir würden uns über Verstärkung freuen."
Kontakt Tel. 02103 2019-5.
"Haltbarer Joghurt und frisches Obst, sehr gute Ware", freutesich Hubert Bader, Geschäftsführer des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer (SKFM) Hilden. Die Spende der Solidarfonds-Stiftung in Zusammenarbeit mit der BLF-Gruppe (Velbert) war gestern hoch willkommen. Davon werden heute die Tafel-Kunden profitieren, die zur letzten Ausgabe in diesem Jahr in die Mühlenstraße 10 kommen.
37 Prozent Zuwachs
In diesem Jahr kauften Empfänger sozialer Leistungen wie Arbeitslosengeld I, Arbeitslosengeld II, von Wohngeld und Grundsicherung 8452 Mal für jeweils zwei Euro pro Einkaufstüte ein (Stand: 26. November). Das sind rund 37 Prozent oder 2284 Verkäufe mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum (6168 Verkäufe, Stand 20. November 2008). Dieser Zuwachs sei aber nicht der Wirtschaftskrise geschuldet, ist sich Bader sicher: "Dann müssten wir mehr Arbeitslosengeld I-Bezieher als Kunden haben." Der SKFM-Geschäftsführer führt den Kundenzuwachs der Tafel vielmehr auf den engagierten Einsatz der 35 ehrenamtlichen Helfer, den Ausbau des Fuhrparks und den gut funktionierenden Warenaustausch mit anderen Tafeln im Kreis Mettmann zurück. Bader: "Wir haben ein gutes Warenangebot. Das spricht sich bei unseren Kunden herum." Dazu gehöre auch, dass die Empfänger der Lebensmittelspenden in Hilden nicht stundenlang Schlange stehen müssen. Das sei unwürdig. Stattdessen werden die Kunden in Gruppen eingeteilt. Sie werden am Ausgabetag zwischen 10.30 Uhr und 14 Uhr zu bestimmten Zeiten bestellt. "Das funktioniert gut", hat Bader festgestellt: "So gibtqs kein Gedränge und jeder kommt mal als Erster dran." Rund 50 000 Euro kostet die Hildener Tafel im Jahr. Bisher sei der SKFM mit der Finanzierung aus Eigenmitteln hingekommen, weil er von Spendern tatkräftig unterstützt werde, bedankt sich der Geschäftsführer. Eine Hildener Versicherung habe in diesem und im vergangenen Jahr jeweils 10 000 Euro zur Verfügung gestellt. Und dann gibt es da noch die treuen "Ritter der Tafelrunde" – 59 Dauerspender, die je nach ihren Möglichkeiten die Arbeit der Hildener Tafel unterstützen. Im kommenden Jahr, hofft Bader, kann die Tafel in das von der Stadt gekaufte und dann renovierte Kolpinghaus an der Kirchhofstraße (gegenüber der Polizeiwache) umziehen. Dann seien möglicherweise sogar zwei Ausgabetage pro Woche möglich. Die Versorgung mit abgelaufenen, aber noch genießbaren Lebensmitteln sei gesichert. Die Hildener Tafel werde regelmäßig von rund 20 Unternehmen beliefert. Hinzu kämen weitere Betriebe, die gelegentlich Lebensmittel zur Verfügung stellen. Weitere Nahrungsmittel steuere die Lebensmittelbank Aachen bei, die große Mengen beispielsweise aus Überproduktionen an die Tafeln weiterleite.
Fünf Jahre Hartz IV
Am 1. Januar 2005 traten die Hartz-IV-Gesetze in Kraft. Für Bader, der auch als Schuldnerberater arbeitet, sind sie alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Inzwischen gebe es in ganz Deutschland 861 Tafeln (60 Neugründungen in diesem Jahr) mit mehr als 40 000 ehrenamtlichen Helfern, die mehr als eine Million Bedürftige versorgten, so der Tafel Bundesverband. Hinzu kämen 500 000 Aufstocker, Menschen, die arbeiten, von ihrem Niedriglohn aber nicht ohne staatliche Zuschüsse leben könnten. Bader: "Ich kann keinen Erfolg von Hartz IV erkennen, tut mir leid."
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