Haan: Hilfe, die ankommt
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 14.11.2007Düsseldorf (RPO). Der Lions-Club Haan unterstützt seit 14 Jahren Menschen im rumänischen Mediasch. Der Vorstand erlebte in Siebenbürgen tiefe Freude über die Kleiderspenden aus Haan, sah aber auch schiere Not.
Ein ganzer Sattelzug voller Kleidung ist wohlbehalten im rumänischen Mediasch eingetroffen. In der Kirchenburg des Städtchens am Fuß der Karpaten fanden die warmen Wintersachen begeisterten Absatz. Davon überzeugten sich Stefan Wassermann, amtierender Präsident des Lions Clubs Haan, und Clubmitglied Alexander Paulus. Die beiden waren für zwei Tage auf eigene Kosten nach Rumänien geflogen, um vor Ort die Resonanz auf die Hilfsaktion zu beobachten. Im Gepäck hatten sie noch 4000 Euro in bar. Mit diesem Geld wird die Armenküche versuchen, die bedürftigen Bewohner über den Winter zu bringen. Die benötigten Waren werden vor Ort eingekauft
Adventskalender
Was Der Lions Club Haan hat zum dritten Mal einen Adventskalender herausgegeben.
Preis Für sechs Euro gibt es 24Gewinnchancen. Fünf Euro fließen in Projekte des Lions Club für Kinder und Jugendliche.
Verkauf Wette Optik, Bergische Apotheke, Musikschule, Stadtbücherei, samstags vor Rewe.
Überwältigendes Echo
„Unser Spendenaufruf hat ein überwältigendes Echo gefunden“, freute sich Willi Lehwald, Activity-Beauftragter des Clubs. Über Wochen hatten Haaner säckeweise Kleiderspenden in der Baumschule Selders abgegeben. Viele Sachen waren fast neu, alle gewaschen und gereinigt. Auch Geldspenden zahlten Bürger aufs Lions-Konto ein. Ein Förderer gab sogar 500 Euro.
Seit 14 Jahren unterstützt der Haaner Lions Club die Menschen in Mediasch. Alle zwei Jahre wird ein Hilfstransport in den rund 1600 Kilometer entfernten Ort geschickt. Mit der dortigen evangelischen Kirchengemeinde, die rund 800 Seelen umfasst, besteht eine gute Kooperation. In Siebenbürgen lebt noch eine deutschsprachige Minderheit.
Kein Geld für Essen mehr übrig
Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind schwierig. Im Schnitt verdienten die Menschen rund 180 Euro im Monat. Das ist zu wenig, um die Energiekosten zu tragen, die im Winter natürlich hochschnellen. Der Liter Diesel kostet in Rumänien rund einen Euro, ist im Verhältnis also ungleich teurer als bei uns. „Die Menschen könnten sich teilweise nichts mehr zu essen kaufen“, schilderte Stefan Wassermann.
Er war schon mehrfach in Mediasch. Seit der EU-Mitgliedschaft Rumäniens hat sich manches verändert: „In den größeren Orten gibt es viele westliche Handelsketten und auch Fast-Food-Betriebe. Aber liegt das Stadtzentrum hinter einem, gibt es Pferdekarren auf den Straßen.“ In der Region ist ein starker Bevölkerungsschwund zu verzeichnen. „Viele junge Leute verlassen ihre Heimat. Die alten Leute bleiben zurück.“
Den Lions-Mitgliedern ist in Mediasch aufgetragen worden, den Haanern ganz herzlichen Dank zu sagen für die geleistete Hilfe.
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