Haan: Hoppeditz bringt die neuen Regenten mit
VON DANIEL OELBRACHT - zuletzt aktualisiert: 13.11.2007Düsseldorf (RPO). Während in den rheinischen Hochburgen des Karnevals bereits der Beginn der fünften Jahreszeit um 11.11 Uhr gefeiert wurde, saßen die Jecken der Gartenstadt noch in der Martinsmesse in der katholischen Kirche. Daher hallte das erste „Haan Helau!“ erst um 12.11 Uhr E über den Vorplatz des Gotteshauses von St. Chrysanthus und Daria.
Hoppeditz Katja Kallenbach erwachte aus ihrem Sommerschlaf und sparte danach nicht mit Kritik an der örtlichen Politik. Bernd Stracke als stellvertretender Bürgermeister und Gegenredner bat im Versmaß um Milde. Kallenbach stellte ihren närrischen Vortrag unter das Motto „Ich glöf mir ham nen jecken Rat, die kallen nur – es fehlt die Tat!“
Sie freute sich, mit Glockengeläut geweckt zu werden, um anschließend über die Kommunalpolitik herzuziehen und den Streit um das Windhövelcenter anzusprechen. Auch das Kneipensterben, die Verkaufsideen für Sparkasse und Stadtwerke sowie die Homepage der Stadt standen auf der Liste.
Aber auch andere bekamen ihr Fett weg: Der Hoppeditz prangerte die Vandalen an, welche die Dekoration zum Jubiläum der Stadtbücherei zerstörten, und beklagte die beinahe permanente Abwesenheit der Polizei im Stadtgebiet. Ein Wink des Schicksals war es, dass just in dem Moment dieser Äußerungen ein Feuerwehr- und ein Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn an der Kirche vorbeifuhren. Ein Besucher kommentierte prompt: „Katja, die kommen dich abholen.“ Kallenbach konterte lässig: „Die sind nächstes Jahr dran!“
Einen nicht minder launigen Vortrag hielt Bernd Stracke, der seine Kollegen in der Politik in Schutz nahm und das Diskutieren als hohes Gut der Demokratie verteidigte. Er bat den Hoppeditz um Milde in seinem Urteil und stellte fest: „Wir sind als Politiker nur Menschen aus eurer Mitte.“ Anschließend erhielt er aus der Hand der künftigen Kinderprinzessin Gil den ersten Sessionsorden der Närrischen Zelle.
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