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Hilden: Hundehalter haben Angst in der Heide

VON A. KISTER-PREUSS, G. TEWES, S. GENATH - zuletzt aktualisiert: 24.11.2011

Hilden (RP). Die Angst geht um unter Hundebesitzern, die ihre Vierbeiner in der Hildener und Ohligser Heide spazieren führen. "Alle Bekannten, die mit ihren Tieren dort entlang gehen, sind in Sorge, weil dort ein Hundehasser umgehen und gefährliche Köder auslegen soll", berichtet RP-Leserin Gertrud Neumann am "Heißen Draht" in die Redaktion.

Hildener und Ohligser Heide sind bei Hundebesitzern ein beliebtes Gebiet zum Spazierengehen.  Foto:  Archiv/Meisel
Hildener und Ohligser Heide sind bei Hundebesitzern ein beliebtes Gebiet zum Spazierengehen. Foto: Archiv/Meisel

Der Grund: Berner-Sennenhund-Welpe "Bella" war vergangene Woche im Bereich der Abzweigung Götsche/Autobahnbrücke von einem Mann aus heiterem Himmel anschrien und als "Scheißköter" beleidigt worden. Dabei schubste der Mann die 48-jährige Besitzerin von "Bella", wodurch die Frau ins Stolpern geriet und auf den Boden fiel. Zwischenzeitlich schnappte sich der Mann den 13 Wochen alten Vierbeiner und flüchtete in unbekannte Richtung. Am Wochenende dann wurde der gestohlene Hund gefunden: an der eigenen Leine stranguliert und an einem Baum aufgehängt.

Zeugen gesucht

"Wer tut so etwas?", fragt Gertrud Neumann. "Ich würde mit meinem Hund da nicht mehr spazieren gehen." Nachdem ihr treuer Begleiter vor kurzem gestorben sei, habe sie zwar keinen, überlege aber, sich wieder einen Hund zuzulegen.

Die Polizei ermittelt wegen Raubes und Tierquälerei. Sie bittet dringend Zeugen, die etwas beobachtet haben, sich unter Tel. 0202 2840 zu melden. Außerdem hat sie ein Phantombild von dem Täter erstellt. "Wann es veröffentlicht wird, müssen Staatsanwaltschaft und Gericht entscheiden", sagte Polizei-Pressesprecher Alexander Kresta auf Nachfrage. Den Unbekannten hatte die 48-Jährige als auffallend ungepflegt mit wulstigen Lippen und einer stämmigen Figur beschrieben.

Der Berner Sennenhund-Welpe "Bella" ist getötet worden. Die Polizei stellte seine Leine sicher. Foto: Archiv/Meisel

Den Beamten ist es wichtig, dass das nicht nur bei Hundebesitzern beliebte Naherholungsgebiet Ohligser Heide nicht als "kriminogener Ort des Verbrechens", so Kresta, stigmatisiert wird. Die Proteste der Tierschützer schlagen bereits bundesweit hohe Wellen. Allein im sozialen Netzwerk Facebook haben sich 200 Menschen zusammengeschlossen, und einen Spendenaufruf gestartet. Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, sollen nach dem Willen der Tierschützer mit einer Geldprämie belohnt werden.

Eine Belohnung hat auch die bundesweit aktive Tierschutzorganisation Peta ausgesetzt. "Helfen sie mit, diese herzlose Tat aufzuklären", appelliert Carola Schmitt von Peta an die Tierfreunde. Die Organisation weist daraufhin, dass Tierquälerei eine Straftat ist und mit Geldstrafe oder sogar Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet wird.

Die Polizei rät Hundehaltern weiter zur Wachsamkeit. Nicht zuletzt, weil in der Heide immer wieder mit Nägeln präparierte Hundeköder gefunden wurden.

Quelle: RP/rl/jco


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