Haan: Im Namen der Heimat
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 20.10.2007Düsseldorf (RPO). Mit dem „Jakob-Litsch-Preis“ wollen die Haaner Heimatfreunde und die Stadt-Sparkasse Haan ab sofort einmal jährlich besondere Verdienste um das Haaner Brauchtum und die „aul Sprook“, das Haaner Platt, würdigen.
Jakob Litsch
Geboren am 27. Mai 1887.
Gestorben am 22. September 1980.
Beruf Fabrikant für Schlosserei- und Werkzeugprodukte.
Passion Jägerei und Sammeln von heimathistorischen Gegenständen. Er schrieb Gedichte in Haaner Mundart, die er sogar auf Schallplatte aufnahm, um den Klang des Haaner Platt für die Nachwelt zu erhalten.
Zum Andenken an Jakob Litsch sein Wirken als heimatverbundener Bürger und Fabrikant stiften die Haaner Heimatfreunde gemeinsam mit der Stadt-Sparkasse Haan den „Jakob-Litsch-Preis“. Einmal jährlich sollen Bürger geehrt werden, die sich besonders für das Haaner Brauchtum oder den Erhalt des Haaner Platt engagiert haben. Gestern erläuterten Wilfried Pohler als Vorsitzender der Heimatfreunde und Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Gunther Wölfges Details des gemeinsamen Planes.
Neben einer Urkunde und einer Plakette soll es eine Prämie von tausend Euro geben. Das Geld soll allerdings zweckgebunden sein für Veröffentlichungen. Das könne die Aufbereitung einer Ausstellung ebenso sein wie die (Neu-)Auflage historischer Schriften oder Herausgabe neuer Abhandlungen über die Haaner Geschichte, erklärte Pohler.
Die Ehrung selbst soll möglichst am Geburtstag von Jakob Litsch vollzogen werden. Eine Ausnahme könnte die Premiere bilden. „Wir haben schon mehrere Leute im Blick“, deutete Wilfried Pohler an. Die erste Ehrung könnte durchaus noch in diesem Jahr stattfinden. Gleichwohl nehme der Vorstand der Haaner Heimatfreunde noch Vorschläge an. Das Kuratorium werde beizeiten über den Preisträger entscheiden.
Seit der Vorstand der Heimatfreunde im Frühjahr noch formiert wurde, gebe es Überlegungen, wie Brauchtum und Mundart erhalten und gepflegt werden könnten. Seither gibt es Gesprächsrunden, in denen Erinnerungen an frühere Zeiten aufgefrischt und festgehalten werden. Donnerstag etwa befasste sich die Gruppe mit der Haaner Kirmes. „Wir wollen einen Anreiz geben, Dinge, die früher gut waren, zu dokumentieren“, sagte Pohler. So lange es noch Zeitzeugen gibt, sollten Fakten aus früheren Zeiten festgehalten werden. Die Stadt-Sparkasse unterstütze die Initiative der Heimatfreunde gern, weil sie identitätsbildend wirke. Dies passe gut zur Philosophie des Geldinstitutes, das im kommenden Jahr auf eineinhalb Jahrhunderte Unternehmensgeschichte zurückblicken kann.
Stöcken-Museum seit Juli 1994
Jakob Litsch hat Gedichte in Mundart verfasst. Der Fabrikant von Schlosserei- und Werkzeugartikeln war passionierter Jäger und Sammler. Zeitlebens trug er eine Fülle von heimathistorischen Sammlerstücken in seinem Elternhaus, Stöcken 1, zusammen. Darin wohnten Jakob und seine Schwester Anni Litsch. Testamentarisch verfügten sie, dass nach ihrem Tode am Stöcken ein Heimatmuseum eingerichtet werden solle. 1992/93 war das Haus liebevoll restauriert worden. Im Juli 1994 wurde der Museumsraum, Stöcken 1, offiziell übergeben.
Besichtigungen nach Absprache (Tel. 02129 / 52123 oder Tel. 0171 /7719029).
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