Hilden: Jazz mit Wohlfühlfaktor
VON BARBARA JAKOBY - zuletzt aktualisiert: 18.05.2010Düsseldorf (RPO). Anspruchsvoll, lebendig und soulig sollen die 15. Hildener Jazztage vom 1. bis 6. Juni werden. International bekannte Größen des Genres spielen an 13 Orten. Die Veranstalter rechnen mit 6000 Gästen.
Peter Baumgärtner hat einen wiederkehrenden Alptraum: "Ich gehe vor den Vorhang, um die Ansage zu machen, und es ist keiner da." Ohne ein Prophet zu sein: Das wird dem Organisator der Hildener Jazztage auch bei der 15. Auflage nicht passieren.
Von Beginn an lag die Zahl der Zuschauer konstant bei 6000. Mehr würden die diversen Spielstätten auch nicht fassen, meint Baumgärtner, der gestern zusammen mit seinem Kompagnon Uwe Muth das Programm vorstellte, das vom 1. bis 6. Juni wieder die Jazzfans in die Itterstadt locken wird. "Unglaublich anspruchsvoll, lebendig und soulig" soll es werden.
Die Auftaktveranstaltung im Kunstraum Gewerbepark-Süd am 1. Juni vereint Lyrik, Poesie, Prosa & Jazz. Für das gesprochene Wort steht der bekannte Schauspieler Christian Brückner, für die Musik das Modern-Swing-Trio Berlin. Neue Spielstätte des Festivals ist am 2. Juni der Showroom von Mercedes Brüggemann, wo Meisterdrummer Dennis Chambers (unter anderem bei Santana) mit dem Dean-Brown-Trio zur Groove-Party bittet.
15. Hildener Jazztage
Motto "Jubilee Edition".
Wann 1. bis 6. Juni.
Veranstalter Sensitive Colours (Peter Baumgärtner, Uwe Muth und Carl Sartory) und Kulturamt Hilden.
Eintrittspreise
Festivalticket (alle Konzerte) 32 Euro. Schüler und Studenten 25,60 Euro plus Vorverkaufsgebühr.
Festivalbutton (alle Konzerte außer Groove Party und Jazznight, nicht im Vorverkauf) 10 Euro.
Sonderkonzerte Groove-Party 15 Euro. International Jazznight 25 Euro. Plus Vorverkaufsgebühr.
Vorverkauf RP-Ticket, Tel. 01803 30 33 30, oder unter www. rp-ticket.de
Infos zum Programm unter www.hildener-jazztage.de
Zum ersten Mal dabei ist auch die Gottschalksmühle. Dort präsentiert Swinger-Club am 3. Juni "sexy Jazz". Soul, der unter die Haut geht, ist am 6. Juni im Park der Capio-Klinik von Jeff Cascaro & Band zu erwarten. Einer der ganz Großen des Genres, der niederländische Trompeter und Flügelhornist Ack van Rooyen, und sein Quintett setzen am 5. Juni ein Tüpfelchen auf das i der International Jazz-Night. "Chopin goes Jazz" gibt das Wlodzimierz-Nahorny-Sextett die musikalische Richtung für den zweiten Act des Abends vor. Und dass ihr Album "Easy to love" zu Recht für den Grammy nominiert wurde, stellt Roberta Gambarini mit ihrem Quartett unter Beweis.
Ob Fabry-Museum, Reformationskirche, Park von Haus Horst, Stadtbücherei, QQTec oder Galerie Koenzen: In der ersten Juniwoche jazzt, swingt und groovt Hilden an allen Ecken. "Wir sind mit diesem Festival ganz nah an den Leuten dran", zeigte sich Uwe Muth überzeugt. Auch und gerade wegen des besonderen Charakters, den der für Kultur zuständige Beigeordnete Reinhard Gatzke lobte: "Mittlerweile hat sich aus dem Jazz-Netzwerk eine Jazz-Familie entwickelt." Die Imageförderung lässt sich die Stadt deshalb einiges kosten.
Zu dem Gesamtetat von 98 000 Euro geben Stadt (15 000 Euro), Stadtsparkasse, Stadtmarketing und Kulturstiftung insgesamt einen Zuschuss von 57 500 Euro – laut Gatzke ein angemessener Beitrag für ein "Leuchtturmprojekt", das Hilden weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt mache. Dem öffentlichen Zuschuss und der Großzügigkeit weiterer Sponsoren sei auch die günstige Preisgestaltung zu verdanken (siehe Infokasten), bedankte sich Baumgärtner. Er wird sich gemeinsam mit Muth bis zum Eröffnungskonzert weiterhin mit Ton- und Technikanforderungen, Werbeaktionen und Sonderwünschen von Künstlern befassen. Keine Alpträume wird Baumgärtner ein ganz menschliches Bedürfnis bereiten. "Die Karnevalisten haben uns zwei Toilettenwagen angeboten", berichtete er lachend – um sogleich ein weiteres dickes Lob für die Stadt anzubringen. "Das ist Hilden!"
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