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Hilden: Jetzt gibt es Pläne gegen Lärm

VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 20.01.2012

Hilden (RP). Nach langer Diskussion hat der Stadtentwicklungsausschuss einen "Lärmaktionsplan" für Hilden beschlossen. Ein zusätzliches Gutachten soll nach dem Vorbild von Erkrath eine Lärmprognose für das Stadtgebiet liefern.

Die Bürgerinitiativen gegen Lärm von der A 46 in Hilden, Erkrath und Hochdahl wollen zusammenarbeiten, um mehr Druck zu machen. Bürger in Wersten können einen ersten Erfolg verbuchen: Dort wird Flüsterasphalt eingebaut.  Foto:  tinter
Die Bürgerinitiativen gegen Lärm von der A 46 in Hilden, Erkrath und Hochdahl wollen zusammenarbeiten, um mehr Druck zu machen. Bürger in Wersten können einen ersten Erfolg verbuchen: Dort wird Flüsterasphalt eingebaut. Foto: tinter

Nach Erkrath hat jetzt auch die Stadt Hilden einen Lärmaktionsplan beschlossen. Er tritt in Kraft, wenn der Stadtrat am 15. Februar zustimmt. Knapp 1000 Anwohner im Bereich der Autobahn A 3 und in Teilabschnitten der Walder, Berliner und Richrather/Klotzstraße sind tagsüber einem Lärmpegel von 70 Dezibel ausgesetzt, nachts sind sogar über 1300 Personen von einem Pegel über 60 Dezibel betroffen, der Schutzmaßnahmen nötig macht.

Die Freien Liberalen wollten dem Lärmaktionsplan zunächst nicht zustimmen. Statt der dort genannten Grenzwerte sollten die niedrigeren Schwellenwerte des Bundesverkehrsministeriums (67 Dezibel tagsüber, 57 Dezibel nachts) angesetzt werden, forderte Dr. Heimo Haupt. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Leistung für den Lärmschutz an bestehenden Straßen, wenn Geld vorhanden ist.

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67 und 57 Dezibel einzusetzen sei nicht möglich, weil dann Äpfel mit Birnen verglichen würden, erläuterte Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger. Der Straßenlärm werde nicht gemessen, sondern ein Mittlungspegel errechnet. Bei den Werten des Lärmaktionsplanes und des Bundesverkehrsministeriums lägen unterschiedliche Rechenformeln und Vorschriften zugrunde. Deshalb wird die Stadt zusätzlich zum Lärmaktionsplan ein Gutachten in Auftrag geben, das die Lärmbelastung durch A 3, A 46 und Ostring ermittelt – nach den aktuellen Formeln und Vorschriften des Bundesverkehrsministeriums. Dieses Gutachten kann nach den Haushaltsplanberatungen im Mai in Auftrag gegeben werden und wird wohl erst Ende 2012 vorliegen.

Mit dem Lärmaktionsplan könne die Stadt erstmals konkrete Forderungen gegenüber den zuständigen Landesbehörden erheben, betonte Stuhlträger: "Bislang konnte Hilden nur Wünsche und Vorschläge vorbringen." Die Itterstadt wird mit Erkrath künftig Hand in Hand zusammenarbeiten, um ihre Bürger gemeinsam vor dem Geräuschpegel der A 46 besser zu schützen.

Parallel dazu soll der politische Druck auf die Entscheidungsträger beim Land verstärkt werden. Heimo Haupt hatte bereits angekündigt, dass die Interessengemeinschaft Hildener Bürger gegen Autobahnlärm, die Bürgerinitiative "Echt laut in Erkrath" und der Bürgerverein Hochdahl gemeinsam für eine Reduzierung des Autobahnlärms kämpfen wollen. Jürgen Scholz brachte für die SPD eine Resolution des Hildener Stadtrates ins Gespräch, um dieses Begehren zu unterstützen.

Die Bürgerinitiative "Wersten aktiv" hat jetzt erreicht, dass die A 46 eine neue Asphaltdecke erhält, die den Verkehrslärm in Wersten und Bilk halbieren soll. Dieser Erfolg beflügelt auch die Bürgerinitiativen in Hilden, Hochdahl und Erkrath, sagte Haupt. In Wersten soll ein "Dünnschichtbelag" auf den extrem lauten Gussasphalt aufgetragen werden. "Diese Lösung ist an der A 46 in Hilden noch gar nicht in den Blick genommen worden." Bisher sei vom Landesbetrieb argumentiert worden, dass der Fahrbahnbelag noch in Ordnung sei und deshalb kein Flüsterasphalt eingebaut werden könne.

Quelle: RP/url


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