Kommentar: Kamera hat sich bewährt
zuletzt aktualisiert: 15.09.2009Düsseldorf (RPO). Fatales Klima der Angst und Feigheit
Dass derart brutale Täter, wie Bundesjustizministerin Brigitte Zypries vermutet, nicht darüber nachdenken, ob sie nun zehn oder 15 Jahre Haft bekommen, glaubt auch Sabrina Waldner. Die Hildener Bankkauffrau, die gestern am S-Bahnhof auf den Weg in den Urlaub war, befürchtet, dass sich unter der Prämisse, womöglich ihr Leben aufs Spiel zu setzen, "nun noch mehr Leute überlegen, ob sie eingreifen sollen oder nicht". Auch die Polizei empfiehlt, lieber anzurufen, statt selbst dazwischen zu gehen.
Haben Jugendliche also schon gewonnen, wenn sie ein Klima der Angst und Feigheit schüren? Welche Projekte müssen noch entwickelt werden, um Kindern mit einer entsprechenden Disposition den Ausweg aus Aggression und Gewalt zu zeigen? Fragen, deren Beantwortung im Showdown des Wahlkampfes sicher eine Rolle spielen wird. Denn Videoüberwachung kann den Schaden nur begrenzen. stm
hilden / düsseldorf (stm / cis / gut) Die Videoüberwachung an S-Bahnhöfen hat sich aus Sicht von Bahnhofsmanager Jörg Seelmeyer bezahlt gemacht: "Wir haben keine nennenswerten Gewalttaten auf den Bahnsteigen." In der Regel zahle die Stadt die Investition. Die Bahn erkläre sich im Gegenzug bereit, für zehn Jahre die laufenden Kosten und die Überwachung der Bahnhöfe durch ihre Sicherheitszentrale zu übernehmen. Die laufenden Kosten für die Kameraüberwachung seien für die Bahn fast ebenso hoch wie die Vandalismusschäden – in Hilden vor der Renovierung rund 15 000 Euro im Jahr. "Aber dafür haben wir dann mehr Sicherheit, mehr Sauberkeit und mehr Qualität", so Seelmeyer. Die Aufzeichnung werde zwei Tage gespeichert. Davon profitiere auch die Polizei bei Fahndungen.
Seelmeyer widersprach überdies Vorwürfen, dass die SOS-Taste an der Notrufsäule nicht funktionieren würde: "Mir sind keine Störungen bekannt." Auch sei die Notrufzentrale rund um die Uhr besetzt.
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