Hilden: Kameras für mehr Sicherheit
VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 14.10.2008Düsseldorf (RPO). Drei Klassen der Hüls-Grundschule werden nach der Brandstiftung noch für zwei Wochen in der Fabry-Schule unterrichtet. Die Stadt lässt Videoüberwachung für gefährdete Schulen prüfen.
Während der Herbstferien wurden die drei Obergeschosse gründlich gereinigt. Dennoch: „Der Brandgeruch ist immer noch im Gebäude“, berichtete gestern Schulleiterin Heike Keding: „Wir hoffen, dass wir den Geruch in absehbarer Zeit loswerden.“ Rückblick: Kurz vor den Herbstferien legten bislang unbekannte Täter am 18. September im Sanitätsraum der Schule einen Brand. Eine Lehrerin, die sich noch mit sechs Schülern im Gebäude befand, bemerkte den Rauch. Sie brachte die Kinder und sich in Sicherheit und rief die Feuerwehr. Die hatte die Flammen schnell gelöscht. Rauch und Ruß machten das gesamte Schulgebäude unbrauchbar. Die 313 Schüler und 16 Lehrer wurden auf drei andere Schulen verteilt. In fünf Klassenräumen im Erdgeschoss wird immer noch renoviert. „Voraussichtlich noch zwei Wochen“, sagte gestern Ralf Scheib, Leiter des städtischen Gebäudemanagements. Die Kosten kann er nur schätzen, weil die Versicherung den Schaden komplett übernimmt: „Unter 60 000 Euro wird das wohl nicht abgehen.“
Keine Ausweitung
Die Polizei darf in NRW Brennpunkte schwerer Straftaten per Video überwachen. Die CDU und die Deutsche Polizeigewerkschaft hatten sich Anfang des Jahres für eine Ausweitung der polizeilichen Videoüberwachung ausgesprochen. Dagegen legte die FDP in der Landesregierung ihr Veto ein.
Polizei ermittelt noch
Weil die Täter noch nicht gefasst sind – die Ermittlungen der Polizei sind noch nicht abgeschlossen –, denkt die Stadt über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nach. Dazu könnte auch eine Videoüberwachung des Schuleingangs gehören, sagte Scheib. Die Kommune hat ein Fach-Ingenieurbüro beauftragt, ein Rahmenkonzept für die Videoüberwachung von Schulen mit einer entsprechenden Kostenschätzung zu erstellen. Hintergrund: An der Theodor-Heuss-Schule und im Schulzentrum Holterhöfchen habe die Zahl der Sachbeschädigungen und Schmierereien in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Scheib: „Die Schulkonferenzen haben uns gebeten eine Videoüberwachung zu prüfen.“
Die Polizei findet die Videoüberwachungen von Schulen gut, erläuterte Frank Sobotta, Pressesprecher der Kreispolizei: „Dadurch können wir Hinweise auf mögliche Täter gewinnen. Dabei darf aber der Datenschutz nicht außer Acht gelassen werden.“ „Wenn wir Videokameras im öffentlichen Raum anbringen, verletzen wir die Persönlichkeitsrechte“, beschreibt Ralf Scheib das rechtliche Problem. Als öffentlich gelte auch das Schulgelände, soweit es jeder betreten könne.
Das Innenministerium sah gestern keine rechtlichen Probleme. „Die Schulen üben das Hausrecht aus. Deshalb können sie auch ihre Eingänge videoüberwachen“, sagte Pressesprecherin Marion Henkel.
Die Wilhelm-Fabry-Realschule hat gute Erfahrungen mit der Videoüberwachung gemacht. Seit mit Hilfe des Fördervereins vier Kameras im Fahrradkeller installiert wurden, gibt es keine Fahrraddiebstähle mehr, bestätigte Schulleiter Peter Schüller.
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