Haan: Kein Mann der lauten Töne
VON DANIEL OELBRACHT - zuletzt aktualisiert: 07.02.2008Düsseldorf (RPO). Peter Weisheit ist vielseitig: Der Bandleader, Schlagzeuger, PR-Manager, Künstleragent sowie nicht zuletzt Vater und Ehemann lebt seit 30 Jahren in der Gartenstadt und ist ebenso lang mit seiner Band in aller Welt unterwegs. Nach Haan zurück kommt er dennoch immer wieder gerne.
Feierabend? Davon hat Peter Weisheit mal gehört, doch er kennt ihn nicht aus eigener Erfahrung. „Meine Familie hat für mich zwar immer Vorrang, aber da ich beruflich ständig unterwegs bin, kommt sie doch manchmal zu kurz“, stellt der Mann fest, der vielen Menschen vor allem als Gründer der Peter- Weisheit-Band ein Begriff ist. Er schweigt sich über sein Alter gerne aus, lebt aber – das ist sicher – seit inzwischen 30 Jahren aus Überzeugung in der Gartenstadt.
Handwerklich durchaus begabt
Weisheit freut sich darüber, dass er nun alles unter einem Dach hat. Seit er an die untere Ohligser Straße gezogen ist, befindet sich sein Büro im Obergeschoss, das Notenarchiv im Keller und mittendrin ist seine Familie mit Ehefrau Swetlana und Sohn Peter (4). Sein älterer Sohn Marcel (32) lebt ebenfalls in Haan und eifert dem Vater musikalisch nach. „Ich arbeite viel im Büro, aber ich nehme mir die Zeit, um zwischendurch auch mal mit meinem Sohn zu spielen. So oft es geht, gehen wir schwimmen, Tennis spielen, Pferde füttern oder in den Solinger Vogelpark“, erzählt er. In seinem Haus hat er beim Umbau selbst mit angepackt, er hält sich für handwerklich durchaus begabt, baute zum Beispiel auch seine Gartenlaube („Peters Platz“) selbst.
Persönliches
Geboren wurde der Bandleader in Bockum-Hövel und wuchs in Bochum auf. Er studierte in Düsseldorf und Köln, um Orchestermusiker zu werden.
Arbeit Heute verdient er sein Geld nicht nur als Musiker, sondern leitet seit 13 Jahren mit der Eventmanagerin Barbara Schmidt auch eine Künstleragentur.
Den roten Faden im Leben von Peter Weisheit stellt die Musik dar. Seit seiner Jugend spielt er Schlagzeug und Percussioninstrumente. Von Beginn an hatte er ein Ziel: „Ich wollte Bandleader werden“, stellt Weisheit fest und nennt Jochen Brauer und dessen Sextett als sein früher größtes Vorbild. Dieser Band reiste der Wahl-Haaner jahrelang hinterher, machte Mitschnitte, kopierte später bei seiner eigenen Band sogar dessen Stil.
Nach fast 30 Jahren im Geschäft liebt Weisheit seinen Job noch immer, hat nach wie vor Lampenfieber, sorgt sich vor Auftritten jedoch eher darum, ob seine sechs Kollegen alles richtig spielen. „Wenn ich höre, wir seien doch Profis, winke ich ab. Wir sind vor allem Menschen und machen trotz Erfahrung Fehler. Leider verzeihen einem die Leute heutzutage gar nichts“, sagt er. Natürlich hat er viel erlebt. Beinahe geniert redet er über die zehn Jahre als Hausband im „WWF-Club“, die insgesamt über 500 Fernsehauftritte und 150 Radiosendungen, die weit über 1500 Konzerte.
Ein Traum blieb bisher unerfüllt
Statt dessen erinnert er sich an Kurioses: „Als wir mal in Monte Carlo spielen sollten, wurde der Wagen mit dem Equipment an der Schweizer Grenze angehalten und es wurde ganz knapp mit der Zeit. In Bad Lauchstädt ist bei strömendem Regen die Bühne zusammengebrochen, und nach einem Auftritt in Eu sind wir mit dem Bus schwer verunglückt.“ Einen Traum hat er sich nie erfüllt: „Ich habe nie ein komplettes Album aufgenommen. Dafür war ich immer zu beschäftigt.“
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