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Hilden: Kinderkleidung für kleines Geld

VON STEFANIE MERGEHENN - zuletzt aktualisiert: 17.03.2010

Düsseldorf (RPO). Kinder wachsen schnell. Trödelmärkte sind eine günstige Ergänzung zur Mode von der Stange. Seit fast 30 Jahren bietet der Kinderschutzbund zudem zwei Mal wöchentlich mit dem "offenen Kleiderschrank" eine große Auswahl. Der Erlös kommt der eigenen Arbeit zugute.

Sebiha Tuncel sortiert seit 16 Jahren ehrenamtlich Kindersachen in den "Offenen Kleiderschrank" des Kinderschutzbundes ein. Foto: RPO

Ein bisschen graust Christa Cholewinski schon vor dem kommenden Dienstag. Dann werden die Wintersachen, die sich jetzt noch in Schränken und Regalen des Kinderschutzbundes stapeln, in Kisten verpackt, und die Frühjahrs- und Sommermode wieder heraus geholt. "Dann tobt hier das Chaos", weiß die DKSB-Geschäftsführerin. Doch die zwölf Ehrenamtlerinnen, die teils seit Jahren die gespendete Kinderkleidung annehmen, sortieren und verkaufen, dürften auch da wieder tatkräftig mit zupacken.

Kein Berechtigungs-Schein nötig

Seit 1982 gibt es den "Offenen Kleiderschrank" beim Kinderschutzbund – zunächst in den alten Räumlichkeiten am Markt, seit 1994 im ersten Stock an der Schulstraße 44. Ein 16-Quadratmeter-Zimmer beherbergt tatsächlich Schränke, die dienstags und donnerstags geöffnet werden. Zudem werden Schuhregale und Wäscheständer auf den schmalen Flur gerollt, und im Lager finden sich auf Nachfrage Kinderwagen, Autositzschalen und sogar ein Stubenwagen. Zwischen Größe 56 und 164 werden Eltern hier fündig.

Info

Kindersachen-Märkte

Samstag, 20. März, 14 bis 17 Uhr Kinderbasar (Spielsachen, Kleidung) in der Freien Christlichen Schule, Kölner Straße 67, in Hilden.

Sonntag, 21. März, 10 bis 13 Uhr Kindersachenbörse im Jugendhaus, Alleestraße 6, in Haan.

Freitag, 30. April, 14 bis 16.30 Uhr Trödelmarkt der Katholischen Kindertagesstätte St. Chrysanthus und Daria, Breidenhofer Straße 1, in Haan (Tisch-Anmeldungen an Ivana Soce unter Tel. 02129 348778).

Auf Grund der großen Auswahl dürfe auch der Mittelstand gern kommen, betont Cholewinski: "Wir benötigen keinen Nachweis, dass der Kunde Hartz-IV-Empfänger ist." Die 45-jährige Stamm-Spenderin, die gerade zwei Wäschekisten und drei Plastiktüten vorbei gebracht hat ("So, jetzt sind die Schränke wieder leer"), schaut denn auch rasch selbst nach einer Hose für ihren Sechsjährigen. Sie habe weder Zeit noch Lust, ausrangierte Kleidung bei Ebay oder auf dem Trödelmarkt feilzubieten, erklärt die dreifache Mutter. "Hier weiß ich, dass die Sachen da ankommen, wo sie gebraucht werden." Bei Durchschnittspreisen von 50 Cent für einen Body, einem Euro für ein T-Shirt, zwei Euro für eine Hose und vier Euro für einen Anorak lohnt sich das Stöbern. Abgerechnet wird im Büro. Früher war die Kleidung nicht ausgezeichnet; alles lief auf Spendenbasis. "Da haben manche Leute 20 Pfennig ins Sparschwein geschmissen und ganze Kisten 'rausgetragen, die ich wenig später auf dem Flohmarkt wieder entdeckt habe", erinnert sich Cholewinski kopfschüttelnd.

Seit 16 Jahren im Ehrenamt-Team

Dass der Kundenstrom in den letzten Jahren etwas verebbt ist, läge aber nicht am neuen Preiskonzept, glaubt Marianne Rick: "Das Internet ist die größte Konkurrenz." Da steckt eine Frau den Kopf durch die Tür: "Entschuldigung, ich suche Unterhemden." – "Komme schon", ruft Rick und springt auf. Mit Sebiha Tuncel "schmeißt" die Ehrenamtlerin seit langem die Dienstags-Frühschicht. Die 58-jährige Kurdin ist bereits seit 16 Jahren im Ehrenamtler-Team. "Ich wollte mal wieder unter Leute", erklärt die Hausfrau und vierfache Mutter ihre Motivation, mitzuhelfen.

Rick ist schon wieder am Sortieren und hält ihrer Kollegin einen rosafarbenen Pulli unter die Nase: "Guck mal, was machen wir hiermit?" – "Der Fleck sieht nach Tinte aus", sagt Sebiha Tuncel mit geübtem Blick. "Weg damit." Was nicht verwertet werden kann, landet im Altkleider-Container. Denn die drei, vier blauen Säcke, die pro Woche vorbei gebracht werden, enthalten zuweilen auch unschöne Überraschungen – von dreckigen Gardinen bis hin zu gebrauchter Unterwäsche. Gut, dass Marianne Rick, Sebiha Tuncel und ihre Kolleginnen vorsortieren – "schließlich wollen wir unseren Kunden ja ordentliche Ware anbieten."

Geöffnet 18. und 25. März von 9.30 bis 11 Uhr, 30. März von 9.30 bis 11 und 15.30 bis 17 Uhr, dann wieder ab dem 13. April.

Quelle: RP

 
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