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Hilden: Kippt das Generationenhaus?

VON SILKE SCHIRMER - zuletzt aktualisiert: 20.02.2008

Düsseldorf (RPO). Heute abend entscheidet der Haupt- und Finanzausschuss über den Bürgerantrag der Interessengemeinschaft Möwe, die ein Mehrgenerationenhaus plant. Es sieht nicht gut aus für die IG, doch die Aktiven haben einen Plan B.

Die 71-jährige Sonja Höttges gewinnt Hoffnung auf einen schönen Lebensabend in Hilden ohne Einsamkeit und Hilflosigkeit, als sie sich über das Projekt „Mehrgenerationenhaus“ der Interessengemeinschaft Möwe (Miteinander ökologisches Wohnen erleben) informiert. „Ich habe eine wunderbare Nachbarschaft. Doch was mache ich, wenn die vertrauten Menschen wegziehen oder ich aufgrund der steigenden Nebenkosten mein Zuhause nicht mehr halten kann“, meint Höttges. „Ein Mehrgenerationenhaus ist wie eine Familie. Die Nebenkosten sind durch Ökologie kalkulierbar.“ Doch heute schon könnte das Projekt „Mehrgenerationenhaus auf den Grundstücken Berliner Straße/ Ecke Am Rathaus“ ins Wanken geraten, wenn der Haupt- und Finanzausschuss den Bürgerantrag ablehnt – wie schon der Wirtschafts- und Wohnungsbauförderungsausschuss zuvor.

Info

Resonanz

Bürger 100 Personen haben sich laut der Möwe bisher schon über den Stand des Projekts informiert. Auch junge Familien seien darunter gewesen. Diese bräuchten jedoch einen konkreten Baubeginn, um mit Kindern planen zu können.

Kontakt Anfragen an Möwe per E-Mail: pohlmar@aol.com

Caritas gibt Tipps

„Es ist so gut wie sicher, dass die Politiker die einstimmige Entscheidung des Fachausschusses unterstützen. Die Reaktionen waren zuletzt sehr verhalten. Aber wir geben nicht auf. Wir sind vorbereitet“, sagt der Möwe-Engagierte Karl Hubert. Er hat den Kontakt zu Ellen Wappenschmidt-Krommus von der „Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft mbh“ hergestellt, die im Bistum Köln bereits mit und ohne Investoren Mehrgenerationenhäuser aufgebaut hat. „Die Hildener liegen mit dem Projekt am Puls der Zeit. Dorfähnliche Strukturen, sind das, wonach die Menschen sich sehnen.“ Die Mischung von Miet-, Eigentums- und Sozialwohnungen sei auch für private Investoren interessant.

Den Knackpunkt, der für den Fachausschuss den Ausschlag gab, sieht jedoch auch Wappenschmidt-Krommus: Das Möwe-Konzept sieht vor, die beiden Grundstücksflächen von insgesamt 3000 Quadratmetern für 540 000 Euro an einen Investor zu veräußern.Der Marktwert liegt laut Baudezernent Norbert Danscheidt jedoch bei rund einer Million Euro. „Die Politik muss den Steuerzahlern gegenüber verantwortlich handeln und tritt auf die Bremse. Die Möwe muss ihr Projekt unabhängig von diesem Filet-Grundstück weiter planen“, kommentiert Wappenschmidt-Krommus. Danscheidt: „Wir haben momentan kein Grundstück im Ärmel, das ich als Alternative anbieten könnte. Aber die Stadt schlägt der Möwe deswegen nicht die Tür vor der Nase zu. Die Idee ist gut, in der Innenstadt bewegt sich etwas und das Grundstück muss ja nicht städtisch sein.“ Das evangelische Gemeindehaus an der Schulstraße sei mit Sicherheit keine Alternative. „Pläne zum ökologischen und barrierefreien Wohnen sind mit dem alten Gebäude unvereinbar“, erklärt Danscheidt.

Örtliche Partner gesucht

Die neue Strategie der Möwe: „Wir verbessern unser Konzept zu den weichen Faktoren, wie das Leben im Haus konkret mit Nachbarschaftsdiensten und Angeboten organisiert ist, um möglichen Investoren mehr Details zu liefern“, sagt Ingrid Stammer. Ein Konzept, das die Caritas als Träger überzeugt? Wappenschmidt-Krommus: „Wir geben unsere Erfahrung weiter. Ich bewerte den Gedankenaustausch nicht als Werbemaßnahme. Die Möwe braucht vor allem örtliche Kooperationspartner. Ich bin guten Mutes für sie.“ KOMMENTAR

Quelle: RP

 
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