Hilden: Lehrer ist neuer VHS-Leiter
VON D. SCHMIDT-ELMENDORFF - zuletzt aktualisiert: 30.08.2008Düsseldorf (RPO). Die Zweckverbandsversammlung hat Niklas Rahn, den 52-jährigen Rektor einer Hauptschule in Mülheim, zum Nachfolger von Anita Kupke gewählt. Seine Hauptaufgabe wird die Umsetzung des Profilentwicklungspapiers sein.
Gestern wurde der 52-jährige Bochumer Niklas Rahn zum neuen Leiter der Volkshochschule Hilden-Haan gewählt. Zweckverbands-Vorsteher Günter Scheib hofft jetzt nur noch, dass der im Angestelltenverhältnis beschäftigte Rektor der Gemeinschaftshauptschule Bruchstraße in Mülheim sein neues Amt tatsächlich zum 1. Oktober antreten kann. Hauptaufgabe des neuen Leiters wird die Umsetzung des Profilentwicklungspapiers des Städte-Netzwerks NRW sein. „Das setzt natürlich die Kooperation der Politik voraus“, so Scheib.
Ferner müsse er sich mit der Planung eines künftigen Standortes in Haan auseinandersetzen, weil die Stadt das Grundstück Dieker Straße mit der Geschäftsstelle vermarkten will. Hierzu empfiehlt das Gutachten, dabei auf eine erwachsenengerechten Ausstattung der neuen Räume zu achten. Unterricht auf Kinderstühlen schade dem Image der VHS. Eine Lösung könnte dabei die räumliche und organisatorische Bündelung mit anderen Kultureinrichtungen in einem Gebäude sein.
Bisherige Projekte
An seiner Mühlheimer Hauptschule hat Niklas Rahn kreative Ideen zur Berufswahlorientierung entwickelt. Im Jobbüro beraten Lehrern und Kooperationspartner aus der Wirtschaft bei Bewerbungen und bei der Schullaufbahn. Er hat auch eine Berufsbild-Messe organisiert.
In Kooperation mit dem Centrum für bürgerschaftliches Engagement hat er seine Schule für das generationsübergreifende Projekt „Ziel“ geöffnet. Senioren bieten dort nachmittags auf AG-Basis Kurse wie Malen, Englisch oder Modellflugzeugbau an.
Die Volkshochschule Hilden-Haan steht unter einem hohen Konkurrenzdruck. Im Umkreis von 25 Kilometern befinden sich fünf weitere Volkshochschulen, die zusammen ein Zwölffaches des örtlichen Angebots aufbieten. Auch in Zukunft soll die VHS nach Ansicht der Gutachter ein möglichst breit gefächertes Angebot vorhalten, sich dabei aber verstärkt an älteren Menschen orientiern, weil sie einen großen Bedarf an nachholendem Lernen haben. „Seniorenfreundlich“ wären etwa mehr Exkursionen mit Eventcharakter oder – für nicht mobile Ältere – die „aufsuchende VHS“. Die Volkshochschule muss mehr als bisher Kinder und Jugendliche als Kunden gewinnen, besonders Kindern mit Migrationshintergrund. Sie sollen im Erwerb der Sprachkompetenz und dem Nachholen von Schulabschlüssen unterstützt werden. Fachbereichsübergreifend arbeitende Kompetenzteams sollen diese Angebote erarbeiten. Als ehemaliger Dozent der Volkshochschule Siegburg, wo er Deutsch als Fremdsprache unterrichtete, und Leiter einer Hauptschule mit einem Zuwandereranteil von 50 Prozent kennt Niklas Rahn die Probleme, diese Jugendlichen auf dem Ausbildungsmarkt unterzubringen „aus unmittelbarer Nähe“. Außerdem hofft er von seinen Erfahrungen als ehemaliger Leiter der Euro-Schule, einem der größten privaten Bildungsträger, profitieren zu können.
Er weiß, dass die VHS ihre betriebswirtschaftliche Effizienz weiter erhöhen muss, um sich im Wettbewerb mit anderen öffentlichen und kommerziellen Anbietern auf dem Weiterbildungs-Sektor zu behaupten. Die Gutachter haben dazu empfohlen, ertragreiche Fachbereiche wie Kultur und Ernährung und Sport und Bewegung auszubauen.
Als Einnahmequelle unentbehrlich seien auch die Angebote zur Berufsqualifizierung und -vorbereitung, die künftig mehr auf ältere Menschen, Migranten und Alleinerziehende ausgerichtet werden sollen.
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