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Hilden: Löschwasser nach Brand vereist

VON GÖKÇEN STENZEL UND OLAF STASCHIK (FOTOS) - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012

Hilden (RP). Ein Brand im alten Kolpinghaus hat die Hildener Feuerwehr in Atem gehalten: Nicht nur, weil sie Glutnester im Dach bekämpfen musste, sondern weil das Löschwasser vereiste. Der Gebäudeschaden liegt bei 20 000 Euro.

Eis pur: Innerhalb weniger Minuten wurde die Kirchhofstraße zu einer spiegelglatten Fläche. Ein Schlauch war geplatzt, mehrere hundert Liter Wasser ergossen sich auf die Fahrbahn.  Foto:
Eis pur: Innerhalb weniger Minuten wurde die Kirchhofstraße zu einer spiegelglatten Fläche. Ein Schlauch war geplatzt, mehrere hundert Liter Wasser ergossen sich auf die Fahrbahn. Foto:

Als die Feuerwehr gestern früh um 4.20 Uhr alarmiert wurde und zur Kirchhofstraße in die Innenstadt ausrückte, war noch nicht klar, dass sich der Ort des Brandes blitzschnell in eine spiegelglatte Eisfläche verwandeln sollte. Alle 54 Hildener Feuerwehrleute waren ausgerückt, um die Flammen, die zu dem Zeitpunkt bereits aus dem Dachstuhl des leerstehenden Kolpinghauses schlugen, zu bekämpfen.

Und obwohl die Brandmeister darauf achteten, das Löschwasser nur direkt auf die Flammen zu leiten, stand das Haus bei Frost um minus 15 Grad innerhalb von Minuten in einem See aus Eis. Zu allem Überfluss war einer der dicken Schläuche geplatzt, strömte das Wasser so lange aus dem Rohr auf die Straße, bis die Pumpe abgestellt werden konnte. Ein Feuerwehrmann stand unter der eisigen Fontäne, musste sofort ins Warme gebracht und umgezogen werden.

Info

Kolpinghaus

Das Gebäude ist eines der ältesten Häuser Hildens und entsprechend traditionsreich.

Die alten Decken bestehen aus Holz, so dass sich der Brand schnell ausweiten konnte. In die oberste Etage wollte der Portugiesische Verein einziehen – und die Räume selbst renovieren.

Deshalb war der obere Giebel noch nicht fertig saniert.

Zu dem Zeitpunkt waren die beiden anliegenden Häuser bereits evakuiert, die 20 Bewohner bei der Polizei gegenüber einquartiert worden. "Wir haben in der Nacht den Qualm gerochen", erzählt Anwohnerin Petra Zink, deren Schlafzimmer direkt auf der anderen Seite des ausgebrannten Giebels liegt. "Ich habe aber lange Zeit gedacht, dass unser Kamin kokelt." Als sie und ihr Mann merkten, dass das Feuer nebenan wütete, stand die Feuerwehr schon vor der Tür. Zink: "Hätten wir nur eine Stunde länger in dem Zimmer gelegen, wir wären jetzt tot."

Sie spricht von Rissen in ihrem Mauerwerk, bezweifelt, dass das alte Haus nebenan eine funktionierende Brandschutzwand gehabt habe: "Die ist bei der Hitze mit Getöse eingestürzt." Mehrere Zimmer der Wohnung seien nicht zu betreten, "und zudem ist unsere Wand im Schlafzimmer immer noch heiß. Wir wissen nicht, ob da noch Glutnester sind und haben Angst."

Die Polizei sperrte die Straße ab, es kam zu Staus in der City. Foto:

Nach Schätzungen der Feuerwehr sind mehrere hundert Liter Wasser bei den Löscharbeiten zu Eis geworden; der städtische Bauhof wurde sofort alarmiert und streute die Straße ab. Sie war bis 9 Uhr am Morgen gesperrt. Es kam zu erheblichen Staus rund um die City. Die Brandursache wurde anschließend von der Kripo und einem Sachverständigen ermittelt, die bis gestern Abend noch in dem gesperrten Haus arbeiteten. "Wir gehen davon aus, dass eine Kabelzuführung in einer Holzdecke defekt war", so Polizeisprecher Frank Sobotta. Allein den Gebäudeschaden – ohne Frost und Wasser – schätzt er auf 20 000 Euro.

Der Altbau, direkt der Polizeiwache gegenüber, ist unbewohnt und gehört der Stadt Hilden. Gerade eben war er für 800 000 Euro angekauft und saniert worden und sollte in der nächsten Woche die ersten Mieter aufnehmen – unter anderem den Sozialdienst SKFM mit seiner Kleiderkammer und dem Spanischen Bürgerverein. Ob und wann das Haus bezogen werden kann, sei unklar, erklärte Erster Beigeordneter Norbert Danscheidt. "Vielleicht geht es im Erdgeschoss."

Foto
Die Wehr musste die Geräte mit Flammenwerfern auftauen. Foto:
Quelle: RP


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