Freie Waldorfschule Hilden-Gruiten: Mehr als Eurythmie auf Lehrplan
VON STEFANIE MERGEHENN - zuletzt aktualisiert: 03.11.2010Düsseldorf (RPO). Welche Schule ist die beste für mein Kind? Welche Schwerpunkte finden sich wo? Die Rheinische Post stellt weiterführende Schulen in Haan und Hilden vor. Den Auftakt bildet die Freie Waldorfschule in Gruiten, in der Schüler ab der ersten bis zur möglichen Abiturklasse unterrichtet werden.
Der Weg zur Waldorfschule führt durch rosenumrankte Rundbögen. Rechtwinklig ist hier nur das ehemalige Hauptschulgebäude, das von dem rührigen Elternverein 1985 übernommen, ausgebaut und mit warmen Farben saniert und beeindruckenden Schüler-Kunstwerken dekoriert wurde. Die Freie Waldorfschule verfügt nicht nur über einen hauseigenen Kindergarten und 13 Schuljahrgänge: Pünktlich zum 25. Geburstag wurde in diesem Sommer auch ein technisch-naturwissenschaftliches Berufskolleg eingeweiht, das schon 13 Schüler zählt – Tendenz steigend
453 Schüler aus der ganzen Region
Über mangelnde Resonanz braucht sich Geschäftsführerin Karin Driesen-Glittenberg generell nicht zu beklagen. Vielmehr muss sie immer wieder Kinder, vor allem für die erste und fünfte Klasse, ablehnen. Die aktuell 453 Schüler kommen nicht nur aus Haan, sondern auch aus Hilden, Düsseldorf und vor allem aus Solingen, deren dortige Waldorf-Kindergartenkinder bevorzugt in den Schulbetrieb aufgenommen werden. Dieser hält die Schüler im einzügigen Konzept von der ersten bis zur zwölften Klasse zusammen. Sitzen bleibt an der Waldorfschule niemand.
Termine Waldorfschule
Martinimarkt Samstag, 13. November, 12 bis 18 Uhr, mit Musik, Flohmarkt, Kunsthandwerk und kulinarischen Köstlichkeiten.
Tag der offenen Tür Eltern, deren Kinder im Schuljahr 2011/12 eingeschult werden oder in die Oberstufe quer einsteigen wollen, können sich am 19. / 20. November informieren.
Kontakt Freie Waldorfschule, Prälat-Marschall-Straße 34, in Haan-Gruiten (Tel. 02104 6466).
"Wir sind schon seit 1919 eine Gemeinschaftsschule", kommentiert Driesen-Glittenberg augenzwinkernd die aktuelle Debatte. Auch Integration sei für die Jünger des Anthroposophen Rudolf Steiner "selbstverständlich, so lange der Klassenverband nicht darunter leidet". Dieser ist eng mit der Klassenlehrerin verknüpft. Birgitt Beckers beispielsweise hat ihre aktuelle achte Klasse seit genau so vielen Jahren betreut. In der Jahrgangsstufe neun beginnt die Oberstufe mit wechselnden Fachlehrern.
Weitere vier Jahre bleiben die Waldorfschüler im Klassenverband, bevor sie mit unterschiedlichen Abschlüssen die Schule verlassen oder in der "Abiturklasse" noch ein Jahr anhängen können, um die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Dass die Abschlüsse anerkannt sind, beweisen die Kinder der Geschäftsführerin: Während ihre beiden jüngeren Söhne noch die Waldorfschule besuchen, studiert der Älteste einen Kombi-Studiengang aus Geschichte, Politik und Jura in Frankreich. "Wir haben auch einen Computerraum!"
Auch Gründer-Enkelin an Schule
"Waldorfschulen wollen bei den Kindern kognitive, kreative, praktische und soziale Fähigkeiten gleichmäßig entwickeln", betont Birgitt Beckers, die die Gruitener Dependance der zu eng gewordenen Rudolf-Steiner-Schule in Wuppertal vor 25 Jahren mitgegründet hat. Inzwischen besucht bereits ihre Enkelin die erste Waldorfklasse, die mit 38 Kindern zwar gut gefüllt ist, aber zumeist von zwei bis drei Lehrern in Kleingruppen unterrichtet wird.
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