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Hilden: Mit dem Fahrrad nach Santiago

VON LINDA GOTTSCHALK - zuletzt aktualisiert: 22.06.2007

Düsseldorf (RPO). Alles ist gut gegangen. Wohlbehalten und stolz sind Peter Lange und Heinz Albers (58) wieder in Hilden angekommen, natürlich auch ein bisschen geschafft. Ende April berichteten die zwei Hildener noch von ihren Reisevorbereitungen für die geplante Tour nach Santiago de Compostela. Jetzt liegen etliche Kilometer und Anstrengungen hinter den zwei Pilgern. „Ich habe drei Kilo abgenommen“, berichtet Lange. „Allerdings war ich nicht so geschlaucht, wie ich gedacht hätte. Hinterher fühlte ich mich bärenstark.“

„Anstrengend, aber wunderschön“

Los ging es mit einer Pilgermesse in St. Jacobus, dann schwangen sich die zwei Hobbysportler aufs Rad. Nach 95 Kilometern erreichten sie das erste Etappenziel Bad Münstereifel. Am folgenden Tag durchquerten sie die Eifel, am dritten waren sie in Luxemburg, am vierten in Frankreich. „Es war anstrengend, aber wunderschön“, berichtet Lange. Auch das Wetter spielte mit: Bei 20 bis 25 Grad ließ es sich gut radeln. Erst am elften Tag gab es Regen. „Und heftigen Gegenwind“, erinnert sich der kaufmännische Angestellte. Hat er da mal ans Aufgeben gedacht? „Das war niemals Thema“, verneint der 50-Jährige entschieden. „Heinz und ich haben uns gegenseitig motiviert. Unser Rhythmus passte gut zusammen.“

Nach zwei Wochen dann die letzte französische Ortschaft St. Jean Pied de Port am Fuß der Pyrenäen an der Grenze zu Spanien. „Mit dieser Leistung waren wir sehr zufrieden und hatten uns ein gutes Zeitpolster herausgefahren“, erzählt Lange stolz. Die Route führte weiter durch Spanien. Wesentlich entspannter, mit Erkundungen der Städte und der Umgebung. „Dabei haben wir viele nette Menschen kennen gelernt. Es gibt eine große Solidarität und Hilfsbereitschaft unter den Pilgern, die man im Alltag so oft nicht mehr findet“, berichtet Lange von der besonderen Atmosphäre auf dem „Camino francés“.

Ein überwältigendes Gefühl

Nach drei Wochen gönnten sich Albers und Lange einen Ruhetag in León. Denn vor ihnen lag noch der höchste Punkt des gesamten „Caminos“: Der rund 1504 Meter hohe Cruz de Ferro. „Die letzten 300 Kilometer waren wirklich die schwierigsten“, sagt der 50-Jährige rückblickend.

Dann aber waren die zwei Radpilger endlich am Ziel. Nach 27 Tagen standen sie bei strahlendem Sonnenschein auf dem Vorplatz der berühmten Kathedrale. „Es war ein überwältigendes Gefühl“, erinnert sich der Radpilger. „Ohne Panne und ohne Krankheit hatten wir es tatsächlich geschafft. Ein Wunder und eine Leistung, auf die wir beide sehr stolz sind.“ Dafür gab es auch die entsprechende Anerkennung und Erinnerung: die Urkunde aus dem Pilgerbüro.

Dann aber hieß es, zurück in die Heimat. Diesmal aber mit dem Flugzeug.

Quelle: RP

 
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