Haan: Mit Klinkenputzen ins Kino
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 02.09.2008Düsseldorf (RPO). Der Haaner Dekorations- und Illusionsmaler Daniel Krahwinkel arbeitete in der Requisite für den neuen Sönke-Wortmann-Film „Die Päpstin“ mit. Die Arbeit am Set mit den Schauspielern war sehr entspannt.
Wenn im nächsten Jahr der neue Sönke-Wortmann-Film „Die Päpstin“ in die Kinos kommt, wird auch der Name des Haaners Daniel Krahwinkel im Abspann zu lesen sein. Doch der junge Familienvater hat nun nicht etwa sein Interesse an der Schauspielerei entdeckt. Vielmehr hat der selbständige Dekorations- und Illusionsmaler bei dem Film im Team der Requisiteure mitgearbeitet.
Wie kommt jemand zu solch einer Aufgabe, der ansonsten eher künstlerisch tätig war oder auch schon diverse Wände in der Region gestaltet hat? Durch Klinkenputzen und eine Portion Zufall, räumt Krahwinkel ein. Er hatte vor einiger Zeit eine Arbeitsmappe zusammengestellt und bei diversen Filmfirmen vorgesprochen. Durch seine frühere Ausbildung zum Theatermaler beim Düsseldorfer Schauspielhaus hatte schon eine gute Schule hinter sich gebracht.
Vielfältig tätig
Daniel Krahwinkel ist seit etwa drei Jahren selbständig tätig in den Bereichen Bühnenmalerei, Illusions- und Dekorationsmalerei sowie als freier Künstler.
Als nächste Aufgabe steht die Herrichtung einer Außenbühne für das Figurentheater Köln von Andreas Blaschke an.
Viel Arbeit mit der Bibel
Bei der neuen Produktion der Constantin-Film passte es. Der Außenrequisiteur suchte noch Künstler für diverse Arbeiten und engagierte den Haaner. Zunächst sollte er eine Bibel gestalten, die bei einem Überfall der Normannen mit einem Schwert in zwei Teile zerteilt werden sollte. Was sich relativ leicht anhört, sei dennoch mit viel Aufwand verbunden gewesen, es habe einer längeren Testreihe bedurft, bis schließlich das Buch den Anforderungen gerecht wurde. Schließlich sollte es so echt wie möglich aussehen. Mit der Platte aus Elfenbein(-Imitat) platte war es einem Original aus dem achten Jahrhundert nachempfunden. Das Blattgold, mit dem der Buchdeckel rings um das Elfenbeinbild verziert war, sei hingegen echt gewesen, erzählt Krahwinkel. Die Arbeit des Haaners überzeugte die Filmemacher, so dass sie ihn für weitere Aufgaben am Set engagierten.
Einige Wochen verbrachte Daniel Krahwinkel bei den Dreharbeiten auf Burg Querfurt in Sachsen-Anhalt. Er war dort zuständig für diverse Handrequisiten, Teile, die die Schauspieler in dem Film in den Händen halten. Da sei sehr oft Spontaneität und auch Erfindungsreichtum gefordert gewesen, schließlich musste alles ins neunte Jahrhundert passen. So wie der grobe Kamm aus Holz, der in der Stube der ärmeren Leute eingesetzt wurde. Oder die Schachteln aus Birkenrinde, die zu blass aussahen und nachgedunkelt werden mussten.
Überstunden fällig
Und wenn plötzlich für den nächsten Tag ein Webrahmen gebraucht wurde, dann schob Daniel Krahwinkel Überstunden. Handwerklich perfekt mussten die Requisiten nicht sein, aber sie mussten für den Film funktionieren. Jedenfalls, bis die Szene abgedreht war.
Der Kontakt zu Schauspielern wie Johanna Wokalek (Johanna von Ingelheim) und John Goodman (Papst Sergius), Regisseur Sönke Wortmann und den übrigen Kollegen am Set sei sehr entspannt gewesen, da habe niemand den großen Star herausgekehrt
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