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Hilden: Mit Tieren auf Tuchfühlung

VON FRANK ERKELENZ - zuletzt aktualisiert: 06.09.2010

Düsseldorf (RPO). Mehrere tausend Besucher kamen gestern zur Kreistierschau auf Gut Holterhof in Hilden. Mehr als 50 Aussteller aus dem Kreis und umliegenden Großstädten zeigten Zwei- und Vierbeiner und präsentierten Produkte.

Esther und Sarah Clemens aus Meerbusch-Osterrath zeigten rasante Fahrten mit dem selbstgebauten Pony-Gespann. Lara Hoffmann hat ihr Pony Merlin in ein Einhorn verwandelt. Foto: RPO

Mit umweltfreundlichem Zwei-PS-Frontantrieb zweier rheinischer Kaltblüter kam Landrat Thomas Hendele am Sonntag zur Kreistierschau vorgefahren. Bei strahlendem Sonnenschein eröffnete er als Schirmherr die Veranstaltung auf dem Gut Holterhof am Stadtrand von Hilden. Hendele unterstrich, wie wichtig es sei, den Stadtbewohnern vor Augen zu führen, "wie wichtig die Landwirtschaft ist".

Dazu gab es gestern reichlich Gelegenheit, denn der Besucherzuspruch war ausgezeichnet. Mehr als 50 Aussteller aus den acht in der Kreistierzüchterzentrale zusammengeschlossenen Tierzuchtvereinen erwiesen sich als beste Botschafter ihrer Zunft, indem sie den Besuchern geduldig Rede und Antwort standen. "Wir wollen auch Verständnis wecken für die mit unserer Arbeit verbundenen Begleitumstände", erläuterte Harald Benninghoven, der 1. Vorsitzende der Kreiszüchterzentrale.

Info

Kreistierschau

Alle zwei Jahre lädt die Kreis-Züchterzentrale zur Kreis-Tierschau ein.

Es war die erste Veranstaltung im Kreisgebiet nach langen Jahren, denn in der Zentrale sind auch Tierzüchter aus den umliegenden Großstädten Düsseldorf, Wuppertal und Solingen vertreten.

Mehrere tausend Besucher kamen auf den Hof der Familie Brehloh in der Hildener Elb.

Zum Verständnis gehört das Begreifen, und hierzu waren vor allem die jüngeren Besucher eingeladen, die sowohl bei den Bergischen Schafhaltern als auch am Stand der biologischen Station von Haus Bürgel Gegenstände ertasten sollten. Für die Kinder war der Besuch der Kreistierschau eh so etwas wie Ferien auf dem Bauernhof in Miniatur. Beim Kreisverband für Bienenzucht konnten sie dem emsigen Wirken in einem Schaukasten hautnah zusehen, gleich nebenan durften sie selber unter Anleitung Filzbälle herstellen.

Auf besonderes Interesse stießen jedoch naturgemäß die reichlich vertretenen lebenden Tiere. Im Mittelpunkt der Vorführungen standen die Pferde. Den ganzen Tag über gab es interessante Vorführungen im Ringgeviert, angefangen von den Jungzüchtern bis hin zum Voltigieren und einem stilechten römischen Kampfwagen, mit dem der indische Zwergkämpfer so überhaupt nichts anfangen konnte. Denn bei diesem handelte es sich um ein Prachtexemplar aus der Rassegeflügelzucht, das nicht minder selbstbewusst die Besucher anblickte als ein Zwergwidder bei den Kanichenzüchtern, der posierte wie eine Kandidatin für Germanys next Topmodel.

Schäfchenweich und kuschelig. Bei der Kreistierschau war Streicheln durchaus erwünscht. Foto: RPO

Apropos Rindviecher: der Kreisverein für Rinderproduktion zeigte am frühen Nachmittag im Ring einige besonders edle schwarzbunte Kühe, die in diesem Jahr jedoch nicht zur Prämierung anstanden. Eigentlich kein Grund die Ohren hängen zu lassen wie die Burenziegen dies von Natur aus so machen. Die beiden ostfriesischen Milchschafe ein paar Meter weiter schienen den Werbeslogan vom "kuschelweich" bestätigen zu wollen und machten es sich Kopf an Kopf gemütlich.

Die Besucher konnten es den verschmusten Vierbeinern gleich tun. Ein reichhaltiges Speisenangebot lud zum Verweilen an mit Sonnenblumen verzierten Biertischen ein. Auf dem Bauernmarkt, der die Veranstaltung begleitete, durften die Spezialitäten zunächst verkostet werden. Insgesamt war die Kreistierschau eine runde Sache und bot beste Werbung für ein gedeihliches Miteinander von Tierzüchtern und Stadtbevölkerung. Zudem bewies sie, dass auch wenige PS ans Ziel führen können.

Quelle: RP

 
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