Haan: Mut zur Vorsorge aufbringen
VON GUNDEL SEIBEL - zuletzt aktualisiert: 18.10.2011Haan (RP). Die Arbeiterwohlfahrt Haan beteiligt sich an einem breit angelegten Projekt. "Mitten im Leben" sollen Menschen über Regelungen für ihr Lebensende nachdenken. Morgen wird eine Selbsthilfegruppe gegründet.
"Was wirklich wichtig ist" für die Vorsorge im Alter, bei Krankheit und Tod will die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Haan jetzt den älteren Haaner Bürgern mit einer Kampagne zur Aufklärung und Hilfestellung nahebringen. Die Auftaktveranstaltung ist am morgigen Mittwoch, 19. Oktober, um 18 Uhr im Awo-Treff an der Breidenhofer Straße 7. Eine Selbsthilfegruppe soll dann mit Awo-Unterstützung gegründet werden. "Mut zur Vorsorge" ist der Titel des Projektes.
"Trotz strukturellem Wandel und angespannter Finanzlage in der Awo Haan wollen wir uns diesem wichtigen Thema stellen", sagt Awo-Vorsitzender Frieder Angern. Kooperationspartner sind die VHS Hilden/Haan, der esCor Awo-Hospiz- und Betreuungsverein, die Christliche Hospiz- und Trauerbegleitung Haan sowie die gemeinnützige Awo-Sozialstation GmbH.
Unterstützer
Das Projekt "Vorsorge – Was wirklich wichtig ist" wird von folgenden Institutionen unterstützt:
Volkshochschule Hilden/Haan,
Hospiz- / Trauerbegleitung Haan,
Awo-Sozialstation,
Awo-Ortsverein Haan,
gos - Gesellschaft für Organisationsentwicklung und Sozialplanung Berlin.
"Mitten im Leben" sollten die älteren Menschen über ihr Lebensende nachdenken, rät die Awo Haan und will dabei Orientierungshilfe leisten. "Wer krank oder geistig nicht mehr fit ist, kann wichtige Entscheidungen über Testament, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht nicht mehr in Ruhe selbst treffen" sagt Jutta Barz, Mitarbeiterin der Awo Haan. In der Projektveranstaltung werden alle diese Themen angesprochen und von einem Expertenteam neutral und sachkundig behandelt.
Die Fachreferenten seien jedoch keine Rechtsberater, sondern vielmehr qualifiziert und erfahren. Die erste Folgeveranstaltung nach dem 19. Oktober findet dann am 22. November statt. 750 Flyer zum Thema "Vorsorge" verteilt die Awo zur Zeit in Haan. Die Veranstaltungen sind kostenfrei. Ein Vorsorge-Ordner dient als Grundlage für die zu erstellenden Daten und Verfügungen und kostet 20 Euro. Die Projektleitung von "Vorsorge – Was wirklich wichtig ist" liegt in den Händen der Berliner Gesellschaft für Organisationsentwicklung und Sozialplanung (gos), einer Tochtergesellschaft des Awo-Bundesverbandes. Sie wird die Haaner bis 2012 beraten.
In einem Pressegespräch erläuterte gos-Repräsentant Rainer Schwarz die Hintergründe des Aufklärungsprojektes. Groß angelegte empirische Untersuchungen in ganz Deutschland hätten gezeigt, dass "das Thema Vorsorge noch auf vielen Ebenen tabuisiert wird". "Der Aufklärungsbedarf ist groß", sagt Schwarz. Die Awo Haan ist einer von 12 Partnern für dieses Forschungsprojekt. Ziel ist, über die Beschäftigung mit dem Thema über das Lebensende nachzudenken und mit Angehörigen und Freunden ins Gespräch zu kommen und "mitten im Leben" Vorsorge zu treffen, sagt Frieder Angern.
Das Berliner Projekt läuft seit 2007 und noch bis 2012. Finanziell wird es von der GlücksSpirale unterstützt. Die Awo Haan will das Projekt auch nach 2012 fortführen. Angern: "Nur muss dafür dann ein neuer Sponsor gefunden werden."
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