Hilden: Nachtwache im St. Josefs
VON SILKE GLOBOSCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 22.07.2010Düsseldorf (RPO). Rund um die Uhr sind Menschen in Hilden und Haan beruflich aktiv – auch in den Ferien. Um 4 Uhr nachts ist Stationsschwester Nicoletta Frassanito in der Hildener Klinik allein für 34 Patienten verantwortlich.
Die Eingangshalle ist menschenleer. Nur ein Kaffeautomat summt, ansonsten herrscht gespenstische Stille im St.-Josefs-Krankenhaus in Hilden – aber nur auf den ersten Blick. Die Funkuhren in den Gängen zeigen vier Uhr nachts an. Die Patienten schlafen und merken meist gar nicht, wenn Stationsschwester Nicoletta in ihr Zimmer tritt, um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist.
Lieber im Team
Die 26-Jährige arbeitet seit März 2007 in dem Krankenhaus und hat schon so einige Notfälle miterlebt. Trotzdem kann sie sich mit den Nachtschichten nur schwer anfreunden: "Das Alleinsein in der Nachtschicht ist nichts für mich. Ich arbeite viel lieber im Team."
Berufsbild
Gesundheits- und Krankenpfleger ist seit 2004 die offizielle Bezeichnung für das Berufsbild.
Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit dem Bestehen einer staatlichen Prüfung.
Für die gebürtige Italienerin stand schon sehr früh fest, dass sie Krankenschwester werden will. "An dem Job gefällt mir vor allem, dass ich es mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun habe", sagt sie. Deswegen komme ein Bürojob nicht in Frage. Drei bis fünf Nächte im Monat muss Nicoletta Frassanito die Nachtschicht übernehmen – und hat alle Hände voll zu tun.
Sie ist für bis zu 34 Patienten alleine verantwortlich. Tagsüber stehen für die gleiche Anzahl Patienten vier Krankenschwestern zur Verfügung. Da muss der Blutdruck gemessen, dort etwas zu trinken gereicht, oder Medikamente verteilt werden. Zusätzlich gibt es immer wieder Notfälle, bei denen die Schwester spontan in der Intensivstation gebraucht wird. "Jede Nacht ist eine Überraschung", sagt sie lächelnd. In dieser Nacht musste sie sich bereits um zwei neu eingelieferte Patienten kümmern. "Nicoletta, ich brauch' dich gleich unten", sagt eine Ärztin, als sie ihr auf dem Gang begegnet. "Heute war die Nachtschicht sehr stressig. Das kann morgen aber schon wieder ganz anders aussehen", sagt Nicoletta. Die Schicht muss jede Schwester drei bis vier Nächte am Stück übernehmen. Bei zehn Stunden Arbeit von viertel nach acht abends bis halb sieben Uhr am nächsten Morgen fällt es oft schwer, sich wach zu halten. Nicoletta schwört darauf, viel zu trinken. Trotzdem hat sie manchmal mit der Müdigkeit zu kämpfen. Vor allem zwischen zwei und drei Uhr hat sie oft ihr Tief erreicht. "Sobald dann aber etwas Unerwartetes passiert, bin ich sofort wieder hellwach."
Erst mal duschen
Einziges Problem: Wenn sich ihre Schicht dem Ende neigt, ist oft auch die Müdigkeit erst einmal weg. Wieder zu Hause geht Nicoletta deswegen zunächst duschen und macht sich langsam bettfertig, um wieder ruhiger zu werden. "Zum Glück haben wir nach unserem Nachtdienst drei bis vier Tage frei", sagt Schwester Nicoletta.
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