Hilden: Neue Züge, alte Probleme
VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 11.01.2010Düsseldorf (RPO). Zum Fahrplan-Wechsel am 13. Dezember änderten sich bei Bus und Bahn Abfahrtszeiten und Takte. RP-Leser berichten nach vier Wochen von ihren meist negativen Erfahrungen mit dem Öffentlichen Nahverkehr.
Unpünktlichkeit und Zugausfälle: Am Dauerärger der Pendler mit der S-Bahn hat auch die Umwandlung der S7 in die S1 und der Einsatz von neuen Triebwagen offenbar nicht viel geändert. Die S1 zwischen Düsseldorf-Hauptbahnhof und Hilden fällt am Nachmittag und Abend häufiger aus, hat Wolfgang Gillmann aus Hilden an mehreren Tagen festgestellt. Die S-Bahn sei aus Duisburg gekommen und in Düsseldorf gestoppt worden: "Es bestätigen sich die Befürchtungen, dass die neue Linie S1 in Düsseldorf bei Verspätungen angehalten wird und die Pendler in Hilden und Solingen abgehängt werden."
Ständige Verspätungen
Verspätungen seien bei der S-Bahn an der Tagesordnung, berichtet Werner Hahn. Als Pendler zwischen mehreren Städten sei er auf zuverlässige Ankunftszeiten angewiesen, um seine Anschlusszüge zu erreichen. Tagelang habe er nie seinen Anschluss in Düsseldorf (Umsteigezeit in Düsseldorf: maximal neun Minuten) erreichen können: "Jeden Tag hatte die S-Bahn Verspätung, teilweise bis zu 14 Minuten. Die Züge sind in Hilden schon mit Verspätung eingefahren."
Es hakt auch bei der Abstimmung von Bahn und Bus, berichtet Anja Niggemann. Vor der Fahrplanumstellung habe es am Lindenplatz drei Anschlussverbindungen pro Stunde von der S7 auf die Buslinien 781 und 741 in Richtung Hilden-Süd gegeben, danach keine mehr: "Die Wartezeit am Lindenplatz beträgt nun mindestens 16 Minuten." In dieser Zeit könne sie auch zu Fuß nach Hause gehen: "Meine Heimfahrt verlängert sich von 40 auf 50 Minuten für eine Strecke von 15 Kilometern." Das ist für die Hildenerin "indiskutabel". Niggemann kann nicht nachvollziehen, dass die Fahrplanänderung nicht auf den ÖPNV und Anschlussverbindungen abgestimmt wurde. Auch Marianne Hüppelshäuser empfindet eine Wartezeit von 18 Minuten am Lindenplatz (einschließlich einer durchschnittlichen Verspätung von mindestens vier Minuten) als "unhaltbaren Zustand für mich als Rheinbahn-Kunde".
Auch in Haan gibt es Verbesserungsbedarf, hat Heike Wiesejahn festgestellt. Der Ortsbus werde von vielen Schülern genutzt. Leider habe am Morgen eine ungünstige Verbindung dafür ausgesucht: "Das Gros der Gymnasiasten fährt ab Gruiten um 7.07 Uhr und nicht um 7.27 Uhr, da Schulbeginn bereits um 7.55 Uhr ist. Die Zeitspanne zwischen Ankunft Feldstraße und Unterrichtsbeginn ist zu knapp, um ein pünktliches Erscheinen zu gewährleisten."
Bund streicht Mittel
Der Bund habe Regionalisierungsmittel für den S-Bahnverkehr gestrichen, erläuterte Eckhard Lander, Pressesprecher der Rheinbahn. Das Land habe deshalb weniger S-Bahnverkehr bei der Bahn in Auftrag gegeben: "Wenn man so ausdünnt, stimmen auch die Anschlüsse zwischen Bahn und Bus nicht mehr." Zum Wegfall der Anschlüsse an die L781 und L741 am Lindenplatz sagte der Rheinbahnsprecher: Die beiden Linien müssten dort getrennt werden. Für die Fahrgäste der L782 habe sich die Verbindung verschlechtert.
Dafür profitierten jetzt die Fahrgäste der L781. Beschwerden nehme die Rheinbahn auf und versuche sie im Fahrplan zu berücksichtigen. Lander: "Änderungen im Fahrplan sorgen immer für Probleme, dann an anderer Stelle." Auch die Stadt Hilden sammle Beschwerden und werte sie aus, versicherte ÖPNV-Experte Lutz Groll: "Jeder kann sich an uns wenden." Änderungen ließen sich frühestens beim nächsten Fahrplan-Wechsel im Juni umsetzen, meinte Groll.
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