Hilden: Neuer Anlauf für Carsharing
VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 11.11.2008Düsseldorf (RPO). Der Anbieter Greenwheels möchte in Hilden ein Netz mit fünf Stationen und fünf Fahrzeugen aufbauen. Die Stadt müsste ein Kostenrisiko von 20 000 Euro übernehmen. Morgen berät darüber der Fachausschuss.
Carsharing: So geht‘s
Nutzer müssen sich registrieren lassen. Sie zahlen einen Monatsbeitrag ab fünf Euro (Kündigungsfrist: acht Wochen, keine Mindestvertragslaufzeit). Der zusätzliche Fahrpreis setzt sich aus Zeit, Kilometern und Kraftstoff zusammen. Abgerechnet wird per Einzugsermächtigung. Die Fahrzeuge werden per Telefon oder Internet gebucht. Geöffnet wird das Auto an der Station per Greenwheels-Card und per Pincode im Bordcomputer. Getankt wird per Greenwheels-Tankkarte.
Wer sich ein Auto mit anderen teilt, ist mobil, spart viel Geld und leistet überdies noch einen Beitrag zum Klimaschutz. Deshalb startet die Verwaltung jetzt einen neuen Versuch, Carsharing auch in Hilden anzubieten. Morgen berät der Stadtentwicklungsausschuss über ein konkretes Angebot der Firma Greenwheels. Sie hat in Hilden bereits acht Kunden und sechs weitere Interessenten an der Hand. Voraussetzung für ein Engagement des Unternehmens in der Itterstadt ist allerdings, dass die Stadt Hilden sich im ersten Jahr mit rund 20 000 Euro beteiligt, sollten sich nicht genug Carsharing-Interessenten finden. „Wir brauchen jetzt ein Signal von der Politik“, sagte Achim Hendrichs, Umweltbeauftragter der Stadt: „Es muss klar sein. Carsharing bekommen wir nicht zum Nulltarif.“ Hendrichs erinnerte daran, dass auch der Öffentliche Personennahverkehr von der Stadt bezuschusst wird.
Betrieb war unrentabel
Rückblick: 2004 machte nach gut einem Jahr die Carsharing-Station auf dem Lindenplatz wieder dicht. Der Betrieb war unrentabel, bedauerte damals Peter Raettig, Geschäftsführer der Firma Querlenker. Für das „Auto auf Zeit“ hatten sich nur weniger als zehn Kunden interessiert.
Die Spritpreise sind zurzeit niedrig wie lange nicht mehr. Das hält Autofahrer eher davon ab, über einen Umstieg auf Carsharing nachzudenken. Hendrichs ist sich jedoch sicher, dass die Treibstoffkosten schon bald wieder steigen werden. Ein Carsharing-Auto ersetzt bis zu zehn private Fahrzeuge, rechnet Birger Holm, Geschäftsführer der Greenwheels GmbH, vor. Der Carsharing-Kunde zahle nach gebuchten Stunden und gefahrenen Kilometern. Carsharing komme wirtschaftlich für diejenigen in Frage, die nicht mehr als 10 000 Kilometer im Jahr mit dem eigenen Auto zurücklegten. Sie könnten mit Carsharing für rund 45 Euro im Monat Auto fahren. Das entspreche nur etwa zehn Prozent der Kosten, die ein VW Golf im Monat verursache. Kombiniere man diese Carsharing-Kosten mit einer Abo-Monatskarte für Bus und Bahn, seien diese Nutzer für rund 120 Euro im Monat mobil, rechnet Holm vor. Die Standorte für Carsharing-Stationen will die Stadt Hilden zur Verfügung stellen, erläuterte Hendrichs. Werde das Vorhaben umgesetzt, will auch die Verwaltung durchrechnen, inwieweit sie dadurch ihren Fuhrpark verkleinern könne. Einen Beschluss, dass sich die Stadt am Carsharing beteilige, gebe es aber noch nicht.
Die Stadt will auch mit anderen Maßnahmen die Mobilität verbessern. Die Kommune bewirbt sich beim City-Ticket-Programm der Deutschen Bahn AG, bestätigte Lutz Groll, Mobilitätsexperte im Rathaus. Fernverkehrsreisende könnten dann kostenfrei Busse und Bahnen für die An- und Abfahrt nutzen. Bedingung: Dafür müssten sich 20 000 Bahnfernreisende im Jahr von und nach Hilden finden.
Taxi-Busse prüfen
Im kommenden Jahr will Groll den Einsatz eines Taxi-Busses für unterversorgte Siedlungen wie die Elb prüfen. Ein kleiner Bus der Rheinbahn würde dann auf telefonische Anforderung einen festen Linienweg mit Haltestellen anfahren. Ein Bürgerbus mit ehrenamtlichen Fahrern stieß bei den Bürgervereinen auf wenig Gegenliebe.
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