Haan: Nostalgie für Hotelgäste
VON STEFANIE MERGEHENN - zuletzt aktualisiert: 07.08.2010Düsseldorf (RPO). Mit der Firma Neos Art entwickelte Hoteldirektor Pascal Marquigny ein spezifisches Kunstkonzept für das Hotel Savoy in Haan. Historische Ansichten der Gartenstadt schmücken Zimmer und Flure.
Der typische Kunstdruck im Goldrahmen ist "einfach nicht mein Stil". Deshalb hat Hoteldirektor Pascal Marquigny für das 1986 von seiner Familie gebaute und inzwischen runderneuerte "Savoy" am Neuen Markt gemeinsam mit der Kölner Firma Neos Art ein speziell auf das Haus abgestimmtes Kunstkonzept entwickelt: Themenorientiert finden sich nun auf vier Etagen Ansichten des historischen Haan sowie der Partnerstädte oder zeigen umliegende Orte und deren Sehenswürdigkeiten.
Vorlagen aus dem Stadtarchiv
So darf in der dritten Etage ein Gruitener Fachwerkhaus mit seinen damaligen Bewohnern ebenso wenig fehlen wie ein nostalgischer Markttag oder der Marquigny-Hauptsitz an der Kaiserstraße, ein Rot-Kreuz-Umzug zu Pferde oder ein vor der Evangelischen Kirche geparkter VW-Käfer. Die Vorlagen stammen überwiegend aus dem Stadtarchiv. Die auf Leinwand gearbeiteten Bilder sind samt Rahmen farblich exakt auf die jeweilige Ausstattung der Zimmer, Flure und Treppenhäuser mit Bodenbelägen, Gardinen und Möbeln abgestimmt.
Tag der offenen Tür
Was Wer wissen möchten, ob seine Oma zu den Puppenmüttern auf dem Karl-August-Jung-Platz gehörte, oder einfach nur artifizielle Fotos sehen möchte, ist eingeladen zum Tag der offenen Tür.
Wo Savoy-Hotel, Kaiserstraße 46, in Haan (Tel. 02129 9220).
Wann Sonntag, 29. August, von 11 bis 22 Uhr.
Im Treppenhaus sind Impressionen aus den Haaner Partner- und Nachbarstädten zu sehen, die thematisch auch den zweiten Stock bestimmen. So finden sich die "Rue de Haan" in Eu und der Bad Lauchstädter Brunnen neben Impressionen aus Berwick-upon-Tweed, Köln und Düsseldorf. Die bergischen Nachbarstädte prägen mit künstlerisch bearbeiteten Fotos der Wuppertaler Schwebebahn und des Solinger Wipperkottens den ersten Stock, während das Untergeschoss "Haaner Events" wie die Kirmes, Farfarello-Konzerte und Museen der Region zeigt.
Wechselnde Werkschauen
"Viele Stammgäste sind schon begeistert über alle Flure gelaufen", freut sich Marquigny darüber, dass das im Kölner "Europa" vor anderthalb Jahren initiierte Konzept nun auch in Haan Anklang findet. Kaufanfragen, verrät er schmunzelnd, habe es aber noch nicht gegeben, auch wenn der gebürtige Haaner für seine Amada-Kunden extra Collagen des neuen Hauptsitzes in Gruiten hat anfertigen lassen. Für Messebesucher aus China oder Indien zeige die Dauer-Ausstellung überdies, wo Haan im Rheinland anzusiedeln sei: "Wir sind nun mal der Mittelpunkt von Köln und Düsseldorf", verweist der 30-Jährige auf eine Collage, die das Haaner Rathaus zwischen den Gehry-Bauten des Düsseldorfer Hafens und dem Kölner Dom zeigt.
Das Erdgeschoss und der Speisesaal bleiben den wechselnden Werkschauen heimischer Künstler, wie derzeit Abida Ruppert, vorbehalten.
Besonderer Clou: Das zur Tiefgarage führende Treppenhaus zeigt den abreisenden Hotelgästen eine Auswahl knallrot eingefärbter Oldtimer von der Haaner Oldtimerrallye, den Weg zum ebenfalls sanierten Wellnessbereich schmücken Bilder mit Naturmotiven.
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