Haan: Pfarrstelle wird gestrichen
VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 03.06.2008Düsseldorf (RPO). Die Krankenhauspfarrerin Antje Hedke muss Mitte Juli nach fünf Jahren Dienst in den Kliniken von Haan und Hilden gehen. Die Zunft der Krankenhausseelsorge im Kirchenkreis ist noch völlig offen, so Superintendent Frank Weber.
Abschied
Die so genannten Sonderdienstpfarrstellen waren auf maximal zwei mal fünf Jahre befristet.
Antje Hedke verabschiedet sich von ihren Teams, Gruppen und Kreisen persönlich. Ihre letzten Gottesdienste hält sie am Sonntag, 27. Juli, um 9.30 Uhr im Friedensheim und um elf Uhr im CVJM-Heim.
Fünf Jahre lang war Pastorin Antje Hedke für die Krankenhausseelsorge in den Kliniken in Haan und Hilden für die Seelsorge zuständig. Zu ihren Aufgaben gehörte nicht nur die Betreuung der Kranken aus Haan, Hilden, Solingen, Wuppertal und Hochdahl. Sie war auch für den Ökumenischen Besuchskreis im Krankenhaus und für die Mitarbeiter in den Kliniken eine wichtige Ansprechpartnerin und Seelsorgerin, weiß Pfarrer Hans-Peter Gitzler, der bis Ende Mai vier Jahre lang dem Presbyterium vorstand. Hedke werde vom Presbyterium und der Gemeinde sehr geschätzt. Es gebe unter den gegenwärtigen Bedingungen keine Möglichkeit, ihre Pfarrstelle zu erhalten. Gitzler: „Es ist nicht in Ordnung, dass die Landeskirche für qualifizierte Pfarrer wie Antje Hedke keine Arbeit mehr hat, sondern sie in die Arbeitslosigkeit schickt.“
Systemwechsel beschlossen
Das sieht die Landeskirche etwas anders. „Wir haben mehr Theologen als Planstellen“, erläutert Jens Peter Iven, Pressesprecher des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche im Rheinland. Deshalb seien so genannte befristete Sonderdienstpfarrstellen als eine Art Arbeitsbeschaffungsmaßnahme eingerichtet worden: „Allen, die so eine Stelle angenommen haben, war klar, auf was sie sich einlassen.“ Im Januar dieses Jahres habe die Landessynode einen System-Wechsel beschlossen.
Stellen nicht mehr finanzierbar
Die Sonderdienststellen laufen aus, die mehr als 200 Betroffenen könnten sich auf 30 „Stellen mit besonderem Auftrag“ bewerben. Die Landeskirche gehe davon aus, dass sich die Zahl ihrer Mitglieder von heute drei Millionen bis 2030 auf zwei Millionen Gläubige verringern, die Finanzkraft sogar halbieren werde. Iven: „Das ist wirklich bitter. Wir haben viele gut ausgebildete Leute. Wir können sie aber nicht weiterbeschäftigen, weil wir sie nicht mehr bezahlen können.“ Wie es mit der Krankenhausseelsorge weitergeht, müsse der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann regeln, sagte Iven.
Dort hat man auch noch keine Idee, sagte Superintendent Frank Weber aus Haan. Der Krankenhaus-Träger Kplus-Verbund werde in Kürze über denWegfall der Stelle von Antje Hedke informiert. Wie es dann weitergeht, sei noch offen. Fest stehe nur: Der Kirchenkreis könne keine neue Stelle einrichten. Weber: „Wahrscheinlich müssen sich die Gemeinden künftig auch bei der Krankenhausseelsorge stärker beteiligen.“ Pfarrerin Antje Hedke war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sie ist zurzeit mit einer Gemeindegruppe auf Fahrt unterwegs.
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