Hilden: Pipeline-Gegner machen ein Fass auf
zuletzt aktualisiert: 28.05.2009Düsseldorf (RPO). Die Initiative "Stopp Bayer-CO-Pipeline" will morgen ab 19 Uhr aus Freude über die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf, die Inbetriebnahme der Bayer-CO-Pipeline zu verbieten, in Hilden "nicht nur ein Fass" aufmachen, wie Pressekoordinator Dieter Donner gestern mitteilte.
Gemeinsam mit allen Mitstreitern, den Klägern und den Bürgermeistern soll der Etappensieg gegen den Chemieriesen gefeiert werden. Als Ort hat die Initiative das Gelände der Familie Roth an der Krabbenburg 29 in Hilden gewählt, direkt neben der Leitungstrasse.
Das Gericht hatte am Dienstag vor allem Sicherheitsbedenken geltend gemacht. Die Verringerung der Breite der oberflächennah über der Leitung verlegten Schutzmatten (Geo-Grid) von 80 auf 60 Zentimeter und die teilweise Verringerung der Wandstärke der Rohre von 6,3 auf 5,6 Millimeter habe die Sicherheitslage verschlechtert.
Landrat Thomas Hendele sprach von einem "Riesenerfolg" und einer "schallenden Ohrfeige" für die Genehmigungsbehörde, den Regierungspräsidenten. Hendele: "Das Gericht ist unserer Argumentation in vollem Umfang gefolgt." Es habe sich vom Druck der Firma Bayer und der Bezirksregierung nicht blenden lassen, sondern das Wesentliche im Blick behalten: die Sicherheit der Pipeline. Die Entscheidung stimme ihn optimistisch. "Das ist ein guter Tag für die Menschen im Kreis Mettmann." Die SPD-Kreisvorsitzende Kerstin Griese sagte, die Sorgen der Menschen müssten ernst genommen werden.
Man könne so ein Projekt nicht im Eilverfahren "durchdrücken". Verwundert sei sie, dass Bayer die Sicherheitslage in den letzten Monaten sogar noch verschlechtert habe, anstatt sie zu verbessern. Die SPD werde mit der Landtagsfraktion reden, um Überzeugungsarbeit gegen die Pipeline zu machen. Die CDU-Landtagsabgeordneten Marc Ratajczak und Harald Giebels äußerten sich, die Entscheidung weise "in die richtige Richtung". Sie hätten mehrfach gegen die Pipeline und ihre Fraktion gestimmt.
Die Kreistagsfraktion der Grünen urteilte, das Gericht habe treffend entschieden. Die Pipeline diene weder dem Allgemeinwohl noch seien die Folgen bei einem Unfall auch nur annähernd beherrschbar. "Wie dreist Bayer vorgeht, zeigt die Einschätzung des Gerichts, dass Sicherheitsstandards nach wie vor unzureichend sind und sich sogar im Bauverlauf noch verschlechtert haben", so die Grünen.
Die Arbeitsgruppe S.O.S. (Sicherheit-Ordnung-Sauberkeit) im CDU-Stadtverband Hilden will am Dienstag, 2. Juni, um 16 Uhr am Bolzplatz Biesenbusch einen Mahnstein gegen die Pipeline aufstellen. Er trägt die Inschrift: "Stopp Bayer-CO-Pipeline – für Kinderspiele ohne Angst und Gefahr".
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum