Haan: Piraten enterten das Rathaus
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 01.02.2008Düsseldorf (RPO). Die Nachtwächter der Stadtoberen vermochten sich dem Ansturm nicht zu erwehren. Im Sitzungssaal wurde geschunkelt und gesungen, bis der Bürgermeister den Stadtschlüssel herausrückte.
Straßenkarneval
Höhepunkt des Straßenkarnevals wird der Familienkarnevalszug sein.
Termin Sonntag, 3. Februar, Abmarsch 15.11 Uhr.
Zugweg Neuer Markt, Dieker-, Schiller-, Bahnhof-, Kaiser-, Mittelstraße, Neuer Markt.
Party vor Zugbeginn und anschließend bis gegen 19 Uhr.
Um Punkt 11.11 Uhr hob unten im Rathausflur ein Geheule an. Und gleichzeitig stürmte die Horde wilder Piraten los. Oben an der Treppe blockierten Bürgermeister Knut vom Bovert, sein Stellvertreter Bernd Stracke und CDU-Ratsdame Meike Lukat, alle im NachtwächterKostüm, den Weg. Doch statt irgendwelcher Abwehrversuche hielten sie den Möhnen einen Butzelmann-Orden hin und ließen sich bützen. „Das ist doch mal eine nette Begrüßung“, merkte die erste Piratin an.
Der Karneval entwickelt sich im Rathaus immer mehr: Mehrere Mitarbeiter waren kostümiert. Ob als Frühlingswiese oder Schlafwandler, ob mit Perücke oder abgeschnittener Krawatte, ob im Reifrock oder Ringelhemd – alle waren bester Laune. Sekt, Saft und Kölsch sorgten dafür, dass die Luft nicht zu trocken wurde. „Blootwoosch, Kölsch und e lecker Mädche“ sangen und schunkelten die Jecken im Rathaussaal, wo Dieter Köhler für musikalischen Schwung sorgte.
Der Prinzessin zuvor gekommen
Der Nachtwächter habe im 18. Jahrhundert eine ehrenhafte Rolle gespielt, erinnerte Knut vom Bovert an die Geschichte des eigentlich unehrenhaften Berufs. Der Bürgermeister fand, auf die Möhnen und die Närrische Zelle sei Verlass. Und weil er schon drei Rathausstürme überstanden hat, wusste vom Bovert, was jetzt kommen musste. „Haan helau! Musik marsch! Stürmt den Schlüssel!“ forderte er auf und sah sich prompt dem Angriff der Möhnen ausgeliefert, die ihm den vor dem Bauch baumelnden Stadtschlüssel abnahmen. Damit war zwar das Ziel erreicht, aber der Fahrplan durcheinandergebracht. Denn eigentlich hätte die Karnevalsprinzessin Jil I. als Regentin der Möhnen zur Kapituation auffordern müssen. Wenigstens versuchten die Möhnen, der Prinzessin den Schlüssel umzuhängen, wobei sich allerdings die Kette im Diadem verhedderte.
Unter dem Schwenken der Piratenfahne verlieh Ihre Lieblichkeit dem für einige Tage entmachteten Stadtoberhaupt den Sessionsorden. Und Marta Salitz, die seit Jahren zu Altweiber aus Essen anreist, ließ den Orden der KG Schultenbusch folgen.
Bei der Sparkasse weiter gefeiert
Nach dem Tanz von Mariechen Michelle, dem Tanzlehrerin Doreen Wenzel soufflierte, und einigen gemeinsamen Liedern zog der gesamte Tross weiter. Mittags kehrten die Möhnen bei der Stadt-Sparkasse ein. Das Kinderprinzenpaar hatte einen weiteren Auftritt im Awo-Treff für Alt und Jung.
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