Haan: Poliertes Blech faszinierte
VON FRANK ERKELENZ - zuletzt aktualisiert: 18.06.2007Düsseldorf (RPO). Mehr als 120 Oldtimer rollten gestern zum 9. Treffen klassischer Automobile auf den Neuen Markt. Viele hundert Neugierige kamen in die Innenstadt, wo zudem Handwerkermarkt und offene Geschäfte lockten.
Oldtimer-Freunde scheinen eine gehörige Portion Gottvertrauen zu besitzen. Und das keineswegs allein, weil ihre fahrbaren Untersätze zuweilen betagter sind als die Besitzer. Vielmehr scheinen sie einen besonders guten Draht zum alten Petrus zu haben. Wie ließe es sich sonst erklären, dass ein Großteil der mehr als 120 vorgestellten Fahrzeuge beim 9. Treffen klassischer Automobile zu den Cabriolets gehörte?
Ungewöhnliches unter der Haube
Die Gesichter der zahlreichen Besucher strahlten angesichts der Vielfalt mit der Sonne um die Wette. Während die bestens gepflegten Schätzchen anderweitig meist nur kurz auf der Durchfahrt zu bewundern sind, hatten die Besucher hier hautnah und ausgiebig die Chance, einen Blick in das Wageninnere (und auch unter die Kühlerhaube) zu werfen.
Oldtimertreffen
Tradition seit 1991 alle zwei Jahre.
Organisation unter Federführung von Martin Leithäuser und Klaus Müller.
Musik Die Marching-Band „Big Feet Boys“ sorgte mit ihren eigenwilligen Interpretationen von Oldies für Unterhaltung. Interessante Besetzung: Susaphon, Schlagzeug, Akkordeon und Megaphon
Dabei waren für heutige Zeiten ungewohnte Details keine Seltenheit. Ein DKW F 89 P mit dem selbstbewussten Zusatz „Meisterklasse“ wartete mit einem 2-Zylinder-Motor auf, gleich nebenan erlaubte ein 3-Zylinder mit Zweitakt einen Einblick in den Motorraum. Nicht auf ungeteilte Freude stieß die Metallic-Lackierung eines Mercedes-Roadster aus den 30er Jahren, während sich eine Dame fragte, ob angesichts der hohen Schnauze des Opel Kapitän von 1939 noch ein Blick auf die Straße möglich sei.
Radarkontrolle der Oldtimer
Der Vielfalt waren keine Grenzen gesetzt. Ein „Schiff“ der Marke Cadillac, Modell Covertible Coupé, hätte die unweit platzierte Isetta wohl fast im Aschenbecher verstauen können, ein Falcon offenbarte seine britische Herkunft mit einem Wappen auf der Seite. Auch rallyeerfahrene Vehikel fehlten nicht. Der Haaner Hermann Götz stellte seinen Monte-Carlo-erprobten 220er Daimler von 1964 vor, gleich gegenüber präsentierte Ernst Jüntgen mit dem Mercedes Stuttgart von 1928 das älteste Gefährt des Treffens. Der weiße Wagen verfügt noch über Gestängebremsen, in die der Fahrer bei höherem Tempo mehr als nur ein Füßchen legen sollte, um die Teilnahme am zehnten Treffen klassischer Automobile in zwei Jahren nicht zu gefährden.
Am frühen Nachmittag machte sich der Korso auf zur Rundfahrt. Die Organisatoren hatten einen detaillierten Streckenplan mit drei Durchfahrtkontrollen erarbeitet. Zudem wartete in einer Tempo-30- Zone eine mobile Messanlage auf die Teams. An der Adlerstraße gab es dann Auszeichnungen sowie Kaffee und Kuchen für alle Teilnehmer, während Petrus im Himmel den Großen Wagen herausputzte.
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