Hilden: Politik prüft Glasverbot
VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 23.02.2012Hilden (RP). Das DRK musste beim Hildener Rosenmontagszug zahlreiche Schnittverletzungen durch Glasbruch behandeln. Die Ratsfraktionen wollen sich jetzt mit dem Thema beschäftigen.
Das Rote Kreuz musste beim Hildener Rosenmontagszug nach eigenen Angaben zahlreiche Schnittverletzungen verarzten. Nach dem DRK unterstützt auch die Kreispolizei ein Glasverbot beim Zoch. "Die Frage ist, wie kann man das durchsetzen", sagte Polizei-Pressesprecher Frank Sobotta: "Darüber müsste man in den zuständigen Gremien nachdenken."
Ein Glasverbot durchzusetzen, sei schwierig, wendet Daniel Beier, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes, ein: "Dafür haben wir nicht das Personal." Das Glasbruch-Problem in Hilden sei nicht so schlimm wie in der Düsseldorfer Altstadt.
Glasverbot
Die Stadt Tönisvorst hatte für Rosenmontag erstmals ein Glasverbot in der Innenstadt ausgesprochen. Es wurde laut Ordnungsamt gut angenommen.
Glasverbote gab es auch in Moers und Nettetal. In Opladen galt es im Bereich der Kanalstraße. Es sollte gewährleisten, dass Kinder den Zug geschützt genießen können.
Das sehen viele Bürger anders. Bei der RP-Abstimmung (Frage des Tages) hatten 86 Prozent der Teilnehmer mit den Glasscherben auf der Straße ein Problem. Jetzt will sich auch die Politik der Sache annehmen. Einiges spreche für ein Glasverbot, sagte Klaus-Dieter Bartel, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Er sprach sich dafür aus, Erfahrungsberichte von anderen Städten einzuholen: "Wir haben jetzt ein Jahr Zeit zu entscheiden und sollten nichts übers Knie brechen."
Die CDU-Fraktion wird sich mit dem Thema beschäftigen, kündigte deren Vorsitzende Marin Buschmann an. Sie würde es begrüßen, wenn die Geschäftsleute motiviert werden könnten, Rosenmontag freiwillig keine Glasflaschen zu verkaufen: "Das ist besser als ein Verbot."
Auch die SPD will sich mit dem Thema beschäftigen. Fraktionsvorsitzende Birgit Alkenings glaubt allerdings nicht, dass die Stadt viele Möglichkeiten habe, ein Glasverbot durchzusetzen. Bei verschärften Kontrollen am Hagelkreuz würden die Jugendlichen ausweichen, befürchtet Alkenings: "Die Frage ist, bewirkt man mit mehr Druck auch mehr?" Dr. Christina Krasemann-Sharma, Fraktionsvorsitzende der BA/CDf, sprach sich für ein Glasverbot aus: "Den Alkoholkonsum von Jugendlichen kann man damit sicher nicht unterbinden, aber die Verletzungsgefahr ein Stück reduzieren."
Durch die Scherben würden Kinder, Rollstuhlfahrer, Radler und Hunde gefährdet, erläuterte Dr. Heimo Haupt (Freie Liberale). Er hält ein Glasverbot für gerechtfertigt: "Über die Umsetzung muss man reden." Der Aufwand rechtfertige das Ergebnis nicht, glaubt dagegen Prof. Dr. Ralf Bommermann (dUH): "Mir fehlt jetzt ein bisschen die Phantasie. Vielleicht kann sich das Jugendparlament mal Gedanken machen." Martina Reuter, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, sprach sich für ein Glasverbot aus: "In Düsseldorf funktioniert das. Warum nicht auch in einer kleinen Stadt wie Hilden?"
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