Haan: Postler wollen nicht in die Tiefgarage
VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 10.10.2006Düsseldorf (RPO). Die Parkplätze Post-/Kirchstraße werden „fehlgenutzt“, kritisiert die Bürgerinitiative Innenstadt Haan. Städtische Parkkarten sollten auf die beiden Tiefgaragen der Stadtwerke ausgestellt werden, um deren Auslastung zu verbessern.
„Die Stadtwerke beklagen Leerstände in der Tiefgarage. Auf der anderen Seite blockieren mit städtischer Parkkarte ausgestattete Fahrzeuge oberirdische Parkplätze; an der Post-/Kirchstraße zuletzt 33 Stück. Damit war der Parkplatz zu, Kunden der ansässigen Geschäfte mussten suchen. Warum sind die Parkkarten nicht auf die beiden Tiefgaragen der Stadtwerke ausgestellt, damit dort geparkt und Kunden nicht der Platz weggenommen wird?“, fragt Hans Peter Bretschneider, Vorsitzender der Bürgerinitiative Innenstadt Haan Bürgermeister Knut vom Bovert.
„Nicht zumutbar“
Parken mit Ausweis
Handwerkerparkausweis kostet 24,75 Euro und gilt für ein Jahr in Haan. Er berechtigt zum Parken in der Fußgängerzone oder im eingeschränkten Halteverbot.
Sonderausweis für Bewohner kostet 24,75 Euro im Jahr und berechtigt zum Parken in Anwohnerparkzonen.
Behinderten-Parkausweis berechtigt zum Parken auf Behinderten-Parkplätzen und ist kostenfrei.
Die städtischen Parkausweise wurden für die Mitarbeiter der Haaner Post-Filiale ausgestellt, erläuterte Ordnungsamtsleiter Michael Rennert unserer Zeitung. Dafür stellten die Post-Bediensteten ihre Parkplätze hinter dem Postgebäude für die Allgemeinheit zur Verfügung. Dort können Post-Kunden eine Stunde kostenfrei mit Parkscheibe ihren Wagen abstellen. Die Verwaltung habe mit dieser Regelung eine Anregung des Rates umgesetzt. In den Tiefgaragen zu parken, sei für die Postler „nicht zumutbar“, sagte Rennert. Diese Einschätzung teilte gestern Aufsicht Monika Zimmermann, die zusammen mit 24 Kollegen in der Post-Filiale Haan beschäftigt ist: „Das wäre ja wohl das Letzte. Unsere Zusteller laufen jeden Tag schon genug Kilometer.“ Der kostenfreie Post-Parkplatz werde besonders mittwochs und samstags missbraucht, berichtete Zimmermann: „Die Leute gehen auf den Wochenmarkt einkaufen und blockieren so die Parkplätze für unsere Kunden.“ Das bestätigte Post-Kundin Marion Klaus, die jeden Werktag ihr Postfach in der Filiale leert: „An Markttagen ist der Parkplatz immer voll. Viele wollen kostenfrei parken, für Postkunden wird’s dann sehr schwierig.“ Etwas Ordnung ins Chaos versucht Politesse Hildegard Scharpel zu bringen. Sie schaut täglich beim Parkplatz hinter der Post vorbei: „Wir kontrollieren dort nicht, um abzukassieren, sondern um den Platz für Postkunden frei zu halten.“
Nur für Außendienst
Auf den bewirtschafteten Parkplätzen direkt nebenan könne jeder dank „Brötchen“-Taste für 20 Minuten kostenfrei seinen Wagen abstellen. Das sollte doch reichen, um seine Geschäfte in der Post zu erledigen, meint Scharpel.
Die Stadt stellt ihren Mitarbeitern Parkplätze grundsätzlich nicht kostenfrei zur Verfügung, betont Rennert. An der Alleestraße könnten städtische Bedienstete ebenso wie Kunden kostenlos parken. Die Tiefgarage Dieker Straße sei auch für städtische Mitarbeiter kostenpflichtig.
Einen Parkausweis für den Rathaus-Parkplatz stelle das Hauptamt nur für jene städtischen Bediensteten aus, die ständig im Außendienst eingesetzt seien. „Sonderausweise gibt es nur für den Bürgermeister und einen der beiden Beigeordneten. Der andere Dezernent hat einen extra Stellplatz.“
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