Haan: Pumpstation wird wachgeküsst
VON STEFANIE MERGEHENN - zuletzt aktualisiert: 17.03.2011Düsseldorf (RPO). Ein "Liebhaber-Objekt" ist das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1878 für die Eigentümer-Gemeinschaft, die dort ein Ingenieur- und Planungsbüro nebst Kulturforum einrichtet. Im Sommer soll die Pumpstation öffnen.
Durch die Neubausiedlung an der Alten Pumpstation kreischt die Kreissäge. Während hier die Holzlatten für die Dachkonstruktion zurechtgeschnitten werden, wird nebenan die Bodenplatte für das neue Glasfoyer gegossen. Noch mehr als alle anderen Haaner hat sich Jochen Füge über das frühlingshafte Wetter der vergangenen Tage gefreut: "Fast zwei Wochen ohne Regen – das hat uns sehr geholfen", sagt der Dipl.-Ingenieur und Stadtplaner mit Blick auf das halb offene Dach der alten Pumpstation.
Denn dies war eine der zahlreichen Überraschungen, die die BMFS GmbH & Co.KG (siehe Info) bei Kauf des unter Denkmalschutz stehenden Ziegelgebäudes nicht kalkuliert hatte: Die Statik des 1878 errichteten Satteldachs war nicht mehr nachweisbar. Also wurde das historische Dach kurz vor Karneval abgerissen und wird derzeit erneuert – was die bisherigen Investitionsmittel von zwei Millionen Euro noch deutlich steigern dürfte.
BMFS GmbH & Co.KG
Unter dem Dach der im vergangenen Jahr gegründeten Gesellschaft finden sich die vier neuen Pumpstation-Eigentümer und Geschäftsführer der aus Haan und Erkrath stammenden Planungs- und Ingenieurbüros:
Holger Bouman (Leinfelder Ingenieure GmbH),
Ralf Mnich (PBS & Partner),
Jochen Füge (ISR Stadt + Raum) und Jochen Siebel (IP Siebel GmbH & Co.KG).
Alte Pumpen bleiben erhalten
"Das ist eben ein Liebhaberobjekt", bekennt Jochen Füge – wenn auch "Liebe auf den zweiten Blick". Für den Mettmanner Bauverein (MBV) hatte er mit seinen Partnern die städtebauliche und Tiefbauplanung der Siedlung übernommen und gedacht: "Für die Pumpstation fällt uns auch noch was ein" – bis der MBV gefragt habe: "Was ist denn mit euch?" Nun fungiert Füge mit den drei Miteigentümern als Baumeister. Auch sein sechsjähriger Sohn bettele fast täglich, mit auf die Baustelle zu dürfen. Kleine und große "Bobs" sind hier in ihrem Element: Die alte Station, die bis 1985 das Wasser zunächst mit Dampfantrieb und später elektrisch von Benrath nach Vohwinkel über den Berg pumpte, wurde "Hand in Hand mit den Denkmalbehörden" entkernt –bis auf die beiden Pumpen, die dem Gebäude künftig nostalgischen Charme verleihen werden.
Im linken Teil werden gerade zwei Geschossdecken mit Klimaboden eingezogen, so dass die 40 Ingenieure und Techniker künftig "auf drei Etagen vereintes Know-how" anbieten können – mit einer Nutzfläche von rund 1000 Quadratmetern. Die 250 Quadratmeter große und neun Meter hohe Pumpenhalle im rechten Teil soll als Seminar- und Kulturforum dienen – "für Lesungen, Kammerkonzerte, kurz alles, was ins Ambiente passt und die Nachbarn nicht stört", betont Füge.
Das freut nicht nur die 24 Familien in den ersten beiden Bauabschnitten der MBV-Siedlung, sondern auch Marlene Altmann. "Die Eigentümer sind bereits unsere Mitglieder geworden", blickt die Vorsitzende des Fördervereins Alte Pumpstation einer "guten Zusammenarbeit" entgegen. Der Verein hatte das Objekt aus Kostengründen nicht selbst übernehmen können, wird aber nun weiter ausstellen dürfen. Spätestens im September soll die runderneuerte Pumpstation der Bevölkerung präsentiert werden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum