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Hilden: Qiagen will Standort Hilden stärken

VON SUSANNE GENATH - zuletzt aktualisiert: 02.02.2012

Hilden (RP). Trotz der Streichung von rund 150 Stellen setzt das Hildener Biotechnologie-Unternehmen Qiagen auf Wachstum. Dabei sollen Geräte helfen, die automatisch Blut- und andere Proben analysieren können und zwar viel schneller, als wenn es von Hand gemacht wird.

Vorstandsvorsitzender Peer Schatz (l.) erläuterte gestern in Düsseldorf zusammen mit Finanzvorstand Roland Sackers und Pressesprecher Dr. Thomas Theuringer die Geschäftssituation von Qiagen.  Foto:  Anja Tinter
Vorstandsvorsitzender Peer Schatz (l.) erläuterte gestern in Düsseldorf zusammen mit Finanzvorstand Roland Sackers und Pressesprecher Dr. Thomas Theuringer die Geschäftssituation von Qiagen. Foto: Anja Tinter

Es klingt merkwürdig, lässt sich nach Aussage von Qiagen-Konzernchef Peer Schatz (46) aber nicht vermeiden: Obwohl das Unternehmen, das auf Laborgeräte und Tests zum Nachweis von Krankheiten wie HIV oder Gebärmutterhalskrebs spezialisiert ist, einerseits rund 150 Stellen in der Itterstadt streicht, will es andererseits in Kürze 46 neue Männer und Frauen einstellen. Die neuen Mitarbeiter sind wegen einer Produktionsverlagerung von Maryland (USA) nach Hilden nötig. Die bisherige dezentrale Fertigung soll in Hilden konzentriert werden, um bessere Auslastungszahlen und einen höheren Automatisierungsgrad zu erreichen.

Info

Qiagen

Rund 1300 Mitarbeiter beschäftigt Qiagen in Deutschland, etwa 110 davon in Hilden.

1984 wurde die Firma in Düsseldorf gegründet. Seit 1991 befindet sich der Sitz in Hilden.

2011 erzielte das Unternehmen einen bereinigten operativen Gewinn von 320 Millionen Dollar (2010: 308 Millionen).

"Wir wollen unseren Standort in Hilden mittel- und langfristig ausbauen", erklärte Schatz gestern bei einer Bilanzpressekonferenz im Düsseldorfer Geschäftshaus GAP 15. "Hilden ist für Deutschland und Europa ein sehr wichtiger Standort." Die Restrukturierung, zu der die jetzige Stellenstreichung gehöre, sei nötig, um sich angesichts geänderter Entwicklungen neu am Markt zu positionieren. So habe man die Forschungsinitiativen angesichts knapper werdender öffentlicher Budgets beschnitten, den Einkauf gebündelt und Doppel-Arbeit, die durch Firmenzukäufe entstanden war, abgebaut.

Schmerzhafter Einschnitt

"Qiagen gehört zu den Unternehmen mit den besten Entwicklungsmöglichkeiten", sagt Schatz. "Wir haben eine interne Uni und zahlreiche weitere Fortbildungsmöglichkeiten." Die jetzigen Stellenstreichungen seien auch für das Unternehmen schmerzhaft, da man in die Mitarbeiter investiert habe. "Aber der Schritt ist notwendig für die Zukunft."

Denn man plane, die nächsten Jahre weiter zu wachsen. "Unser Unternehmen befindet sich zurzeit in einer sehr interessanten Phase." Besonders vielversprechend seien die von Qiagen entwickelten Analysegeräte mit dem Namen "Qiasymphony", die 2010 auf den Markt gebracht wurden und vollautomatisch Proben auf bestimmte Erreger oder Merkmale untersuchen können. Sie würden jetzt zunehmend von Laboren genutzt. 550 Geräte seien bereits im Einsatz. Zum Ende dieses Jahres sollen es über 750 sein. 70 000 bis 150 000 Dollar koste ein solches Gerät.

Diese Summe müssten die Labors jedoch nicht zahlen. "Wir machen den Umsatz damit, dass sie fünf Jahre lang von uns die Verbrauchsmaterialien für das Gerät beziehen", berichtet Roland Sackers (43), der Finanzvorstand von Qiagen. Also Flüssigkeiten und Reagenzgefäße, mit denen eine Probe untersucht wird.

Auch weitere Unternehmenszukäufe seien beabsichtigt. "Wir haben Dutzende Firmen im Auge, die wir gerne übernehmen würden", sagt Peer Schatz. Dafür müsse man allerdings den richtigen Zeitpunkt abwarten. Im vergangenen Jahr hat Qiagen den französischen Leukämie-Spezialisten Ipsogen und den australischen Tuberkulose-Experten Cellestis erworben und dafür rund eine halbe Milliarde Euro gezahlt. Zusätzliche Tests wolle man künftig im Bereich der Gerichtsmedizin – unter anderem für die Spurensicherung – und der Lebensmittelsicherheit anbieten.


Quelle: RP/url


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