Hilden: Reich beschenkt
VON LINDA GOTTSCHALK - zuletzt aktualisiert: 20.12.2007Düsseldorf (RPO). Gestern Nachmittag verteilte die Hildener Tafel rund 500 Weihnachtspakete an Menschen mit geringem Einkommen. Sie alle waren nach einem entsprechenden Aufruf in den Medien gespendet worden.
Schon einige Zeit bevor Roland Ebel um 15 Uhr die Türen öffnete, bildete sich eine lange Schlange vor dem Jugendheim „St. Jacobus“. Viele hilfsbedürftige Menschen aus Hilden reihten sich ein, um ihr Weihnachtspaket abzuholden. Die Hildener Tafel beteiligte sich an der Gemeinschaftsaktion der Tafel Rheinland unter dem Motto „Bürger packen Weihnachtspäckchen für bedürftige Mitmenschen“. „Wir haben Gutscheine über alle sozialen Einrichtungen verteilt“, berichtet Roland Ebel, der Leiter der „Hildener Tafel“.
Von der Resonanz überrascht
Eine unter den Wartenden ist Angelika Bartz. Sie kommt regelmäßig zur „Tafel“. „Man kann sich ja kaum was leisten“, sagt die 51-Jährige. Deshalb ist sie besonders froh über das zusätzliche Weihnachtspaket. Während Angelika Bartz sich noch etwas gedulden muss, haben Torsten und Tina Jackisch ihr Paket schon abgeholt. Gemeinsam tragen sie eine ganze Kiste voll nach draußen, schließlich gehören zur Familie noch vier Kinder. „Wir sind über die Schuldnerberatung zur Tafel gekommen“, erzählt Vater Torsten.
Am Dienstag hatten Mitarbeiter der Hildener Tafel die Spenden entgegengenommen. Von der Resonanz des Aufrufs in den Medien war Ebel vollkommen überrascht: „Es sind rund 500 Pakete zusammengekommen.“ Jeweils zu dritt bat er gestern die Wartenden ins Warme. Je nach Familienstand, der auf dem Tafel-Ausweis vermerkt ist, verteilten die Mitarbeiterinnen die Päckchen. Der gesamte große Saal des Jugendheims stand voll mit beladenen Tischen. „Wir haben um haltbare Lebensmittel gebeten und dass man eine vollständige Mahlzeit davon kochen kann“, erklärte Ebel. Aber auch Spielzeug für Kinder war unter den Spenden, das meiste liebevoll in weihnachtlichem Geschenkpapier verpackt.
Für die Enkelkinder
„Vielen Dank“, sagte Elya Daykhina mit einem glücklichen Lächeln. Die 68-Jährige hielt einen ganzen Karton voller bunter Geschenke im Arm.
„Wir sind vor sieben Jahren nach Hilden gekommen“, berichtete die Ukrainerin, die zusammen mit ihrer Tochter da ist. Die Päckchen sind auch für ihre zwei Enkelkinder. Endlich war auch Angelika Bartz an der Reihe und erhielt ihr Paket. Zwei Tüten voller Lebensmittel konnte die alleinstehende Hartz-IV-Empfängerin zum Weihnachtsfest nach Hause tragen: „Da drin sind Spaghetti, Tomatensoße, Rotkohl, Zimtsterne, Tee und Studentenfutter. Fast zu viel für mich allein. Man muss sich auf alle Fälle bei den Leuten bedanken, die gespendet haben.“
Das sahen alle, die ihre Päckchen abgeholt hatten, so. Mit einem „Dankeschön und frohe Weihnachten“ gingen sie glücklich nach Hause.
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