Haan: Ruhige Kirmes für Retter
VON DANIEL OELBRACHT - zuletzt aktualisiert: 30.09.2008Düsseldorf (RPO). Das Haaner Volksfest ist eine Herausforderung für die Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz und den Malteser Hilfsdienst. Ihre Zwischenbilanz: Bislang gab es keine besonderen Einsätze.
Die Haaner Kirmes zieht Jahr für Jahr rund 400 000 Besucher an. Sie ist damit das größte innerstädtische Volksfest im Bergischen und eine besondere Herausforderung für die Hilfsorganisationen. Die Zwischenbilanz von Deutschem Roten Kreuz (DRK), Malteser Hilfsdienst (MHD) und Wehr fällt positiv aus: „Wir hatten zwar etwas mehr zu tun als im vergangenen Jahr, aber es war bislang ruhig“, fassten Raphael Harlos vom Roten Kreuz, der MHD-Stadtbeauftragte Holger Denter und Wachleiter Carsten Schlipköter zusammen.
Platz- und Schnittwunden
Die meisten Menschen, die auf der Sanitätswache hinter der Post behandelt werden mussten, benötigten chirurgische Hilfe: Es gab Platz- und Schnittwunden, jedoch keine Patienten mit Kreislaufproblemen oder lebensbedrohlich Alkoholisierte. Die Hilfsorganisationen lobten die größtenteils geordneten Besucherströme. „Bei der Kirmes reichen unsere eigenen personellen Ressourcen nicht aus und wir erhalten Verstärkung. In Sachen Leitstelle bekommen wir Hilfe vom Fernmeldezug des DRK-Kreisverbands“, berichteten Denter und Harlos. Das DRK wird unterstützt von Einsatzkräften aus Erkrath, Mettmann, Gruiten, Langenfeld, Monheim und Hilden, der MHD als Versorger von den Kocheinheiten aus Hilden, Wuppertal und Solingen. „Wir erhalten einen gemeinsamen Sockelbetrag für die Organisation von der Stadt. Doch der Rahmenvertrag ist bereits über acht Jahre alt“, stellte Denter mit kritischem Unterton fest. Er wünscht sich vor dem Hintergrund gestiegener Energie- und Lebensmittelpreise eine Nachverhandlung. Den Auftakt zum „Haaner Tag“ auf der Kirmes in der Gartenstadt bildete gestern morgen ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Autoscooter auf dem Alten Markt. Rund 80 Besucher beteiligten sich und hörten die Worte von Pastoralassistentin Simone Jansen und Pfarrer Frank Weber zum Thema „Menschen, die unterwegs sind“. Sie nahmen auf Bänken und Stühlen Platz, wo sonst Scooter fahren und Bässe aus den Boxen wummern, sangen Lieder, während um sie herum die Kirmes langsam erwachte.
Gottesdienst auf der Kirmes
„Einen Gottesdienst kann man überall feiern, auch auf der Kirmes. Das ist ein schönes Erlebnis gerade für die Kinder“, sagte Anke Brodmann, die mit ihren Kindern Imke (6) und Erik (3) sowie den Großeltern Ursula und Karl-Heinz Jommersbach gekommen war. „Wir sind auch zum ersten Mal hier. Passen Gottesdienst und Kirmes zusammen? Wir finden: ja!“, stellten Rainer Augsburg und seine Kinder Annika (5) und Simon (11) fest. Alle zusammen lobten sie die tolle Idee, denn „ein Gottesdienst mitten auf dem Rummel hat einen ganz besonderen Reiz“.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum