Hilden: Selbst und bewusst Musik machen
VON ASTRID SCHOENE - zuletzt aktualisiert: 09.09.2010Düsseldorf (RPO). 2008 startete Hilden mit "Jedem Kind ein Instrument". Mit dem Projekt "JeKi" ermöglicht es die Musikschule, dass alle, also auch Kinder aus ärmeren Familien, Musikinstrumente kennen und spielen lernen. Die Projektleiterin Annika Lückebergfeld zog jetzt eine positive Bilanz.
Allen Kindern die Chance bieten, mit einem Instrument die musikalische Welt zu erobern – ein Grundgedanke, der zu einem der größten musikalischen Kooperationsprojekte im Ruhrgebiet führte, zu "JeKi". 2008 startete auch in Hilden "Jedem Kind ein Instrument". Die Mandolinistin Annika Lückebergfeld leitet seit 2009 das Projekt und begeistert sich über die sicht- und hörbaren Erfolge von JeKi.
Elbsee und Lindgren Pilotschulen
"Vor zwei Jahren haben wir die ersten i-Dötzchen von den Grundschulen Am Elbsee und Astrid Lindgren auf den instrumentalen Unterricht vorbereitet", erzählt die Instrumentalpädagogin. Lehrer der Musikschule und der Grundschule unterrichten bei diesem "Team-Teaching" gemeinsam. Die Kinder lernen eine Vielfalt an Instrumenten kennen, wie Geige, Cello, Bass, Mandoline, Trompete, Posaune, Querflöte, Horn, Gitarre, Akkordeon, Saxophon.
Das JeKi-Projekt
"Jedem Kind ein Instrument" Projekt in Kooperation mit der Hildener Musikschule und den Grundschulen.
Start Mit dem ersten Schuljahr.
Dauer Zunächst zwei Schuljahre. Ab dem 3. Schuljahr bietet die Musikschule fortführend Instrumental-Unterricht an.
Kosten Instrumente stehen für die ersten Jahre zur Verfügung. Für Kinder aus sozialschwachen Familien, die weiter machen möchten, gibt es den JeKi-Fonds.
Sie werden mit Klang und Hörbeispiel, mit Spiel- und Einsatzmöglichkeit des jeweiligen Instruments vertraut gemacht. Ende des ersten Schuljahres können sie dann drei Instrumente in die engere Wahl ziehen. Entscheidungshilfe bekämen sie am Tag der offenen Tür in der Musikschule, so Lückebergfeld. "Wir achten natürlich auf das Gleichgewicht bei den Streich- und Blasinstrumenten für das spätere gemeinsame Musizieren im Orchester", erklärt die Projektleiterin.
Bis 2014 alle Schulen ins Boot holen
Im zweiten Schuljahr erlernen dann die Kinder in kleinen Gruppen ihre Instrumente. Fast alle JeKi-Schüler hätten auch nach dem ersten Jahr weitergemacht, freut sich Lückebergfeld. "2009 sind die Wilhelm-Busch- und die Adolf-Kolping-Grundschule und in diesem Jahr die Schulstraße und Kalstert dazugekommen." Über 400 Kinder seien nun eingebunden, und jährlich kämen etwa 100 Erstklässler dazu. "Unser Ziel ist es, bis 2014 alle Hildener Grundschulen ins Boot zu holen", kündigt Lückebergfeld an.
Das ebenso klangvolle wie beeindruckende Projekt erfordert einen hohen organisatorischen Aufwand und viel Engagement seitens der Lehrer. "Mit 14 Lehrern und steigender Tendenz pendeln wir regelmäßig zwischen Grundschulen und Musikschule", erzählt Lückebergfeld. Begeistert ist sie über die Erfolge. "Im Frühjahr 2010 haben unsere ersten JeKi-Kinder ihr Können im Konzert gezeigt, in kleinen Gruppen und am Ende zusammen in einem großen Orchester."
Im dritten und vierten Schuljahr bekämen dann die Jungmusiker weiteren Instrumentalunterricht über die Musikschule. Talente würden gefördert und nicht zuletzt der musikalische Nachwuchs gesichert. Das alles sei finanziell nur zu bewältigen durch die Unterstützung der Landesförderung und der Hildener Sponsoren, des Lions-Clubs, der Rotarier, der Sparkasse und der Stiftung Sport und Kultur der Stadt Hilden. Annika Lückebergfeld ist davon überzeugt, dass die Projekt-Teilnahme für viele JeKi-Kinder eine wesentliche Erfahrung fürs Leben ist. "Etwas, das ihnen keiner mehr nehmen kann."
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